Zweitwohnsitz: Wann muss ich ihn anmelden?

Freitag, 03.11.2017

In Deutschland besteht eine Meldepflicht. Das gilt für die Hauptwohnung ebenso wie für den Zweitwohnsitz. Entsprechende Regelungen finden sich im Bundesmeldegesetz (BMG).  

Die Anmeldung der Zweitwohnung hat binnen 14 Tagen nach Einzug beim örtlichen Einwohnermeldeamt zu erfolgen. Ausnahmen bestehen nur in wenigen Fällen, zum Beispiel beim Einzug in eine Pflegeeinrichtung oder eine Einrichtung zum Schutz vor häuslicher Gewalt. Hier entfällt die Meldepflicht.

Welcher Wohnsitz gilt im Regelfall als Zweitwohnsitz?

Bei Minderjährigen ist die Wohnung der Erziehungsberechtigten immer zugleich auch Hauptwohnsitz. Für Erwachsene besteht eine begrenzte Wahlmöglichkeit. So kann der Ort, an dem man die meiste Zeit verbringt, zum Hauptwohnsitz erklärt werden. Alternativ ist es rechtens, wenn Sie den gemeinsamen Wohnort der Familie als eigenen Hauptwohnsitz beibehalten, auch wenn Sie beruflich an den Werktagen abwesend sind. Vergleichbares gilt für Studenten am Studienort.

Welche Unterlagen müssen bei der Anmeldung vorgelegt werden?

Neben den Ausweispapieren (Reisepass oder Personalausweis) muss das ausgefüllte Anmeldeformular der Stadt oder Gemeinde vorgelegt werden. Erforderlich ist seit November 2015 zudem eine Vermieterbescheinigung, die der Vermieter kostenfrei zur Verfügung stellen muss. Damit soll Scheinanmeldungen vorgebeugt werden, die – Stichwort: doppelte Haushaltsführung – zu einer unberechtigten Steuerersparnis führen könnten.

Wenn für die Anmeldung relevant, können zusätzlich die Heiratsurkunde, das Scheidungsurteil oder die Geburtsurkunden der Kinder verlangt werden.

Welche Strafen drohen, wenn Sie die Zweitwohnung nicht anmelden?

Das Versäumen der Anmeldung wird als Ordnungswidrigkeit gewertet. Es drohen Bußgelder bis 1.000 Euro. Das gilt auch für Vermieter, die die benötigte Bescheinigung verweigern. 

Frau zwischen Umzugskisten

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