Zwangsversteigerung verhindern: Das können Sie dagegen tun

Donnerstag, 24.08.2017

Wer finanziell in Schieflage gerät, hat nicht nur Geldprobleme. Die Situation belastet, gerade wenn kein Ausweg erkennbar scheint. Dabei ist es gerade jetzt wichtig, selbst aktiv zu werden. Denn oft lässt sich die Zwangsversteigerung doch noch verhindern.   

Die Gründe für finanzielle Probleme sind mannigfaltig. Krankheit, Jobverlust oder einfach eine schleichende Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Diese Gründe genau zu analysieren, ist wichtig. Darin steckt die Antwort auf die Frage: Ist das Problem temporär? Kommen Sie mit Hilfe aber doch aus eigener Kraft wieder aus dem Tief?  

Was tun, wenn die Zwangsversteigerung droht?

Mangelt es plötzlich an Geld, sind die meisten Menschen überrascht, wie wenig Bares sich in der Not mit dem eigenen Hab und Gut erlösen lässt. Einst teure Anschaffungen lassen sich zwar verkaufen, aber der Gewinn ist meist geringer als erwartet.

Das eigene Haus bildet hier eine Ausnahme. So sind auch die Banken geneigt, den Immobilienbesitz im Falle offener Schulden zu Geld zu machen, gerade, wenn es dabei um die mangelnde Bedienung des Immobilen-Darlehens geht. Die Bank beantragt die Zwangsversteigerung. An Käufern mangelt es dann nicht, denn Zwangsvollstreckungen rufen regelmäßig potente „Schnäppchen-Jäger“ auf den Plan.

Je nach finanzieller Lage haben Sie daher zwei grundsätzliche Möglichkeiten:

  • Sie reden mit dem Gläubiger, meist der Bank, um zu einer Einigung zu kommen. Diese kann darin bestehen, die Tilgung der Raten zu verringern oder zeitweise auszusetzen. Können Sie der Bank glaubhaft machen, dass Sie die Gründe der finanziellen Misere beseitigt haben, dürfte man auch beim Finanzinstitut an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sein. Für die Bank ist eine Zwangsversteigerung nämlich meist ein Verlustgeschäft, gerade wenn das Darlehen noch weitgehend ohne Tilgung ist.
  • Wenn Sie erkennen, dass das Haus letztlich nicht zu halten ist, zum Beispiel weil sich die Lebensumstände durch Unfall oder Krankheit grundsätzlich geändert haben, sollten Sie den Verkauf eigenständig angehen. Das ist zwar bitter, finanziell aber sinnvoll. Sie werden mit dem „freiwilligen“ Verkauf fast immer mehr erlösen als bei einer Zwangsversteigerung.

Bankgespräch als wichtiger Rettungsanker  

Dreh- und Angelpunkt zur Verhinderung der Zwangsversteigerung ist das Gespräch mit der Bank. Bei guter Vorbereitung stehen die Chancen hier gar nicht schlecht, denn auch die Gegenseite ist interessiert, eigene Verluste zu verhindern oder zu minimieren.

Vertraut der Bankberater Ihren Plänen für die Zukunft, wird er Ihren finanziellen Spielraum im eigenen Interesse erweitern. Das kann auf folgenden Wegen geschehen:

  • Die monatlichen Ratenzahlungen werden temporär verringert. Zum Beispiel kann die Tilgung auf null gesetzt werden, während Sie die Zinsen weiter bedienen.
  • Die monatlichen Raten werden komplett gestundet. Der Vorteil dabei: die finanzielle Entlastung ist hoch. Allerdings wächst im Hintergrund der Schuldenberg. Zustimmen wird die Bank diesem Plan wohl nur bei exzellenten Zukunftsaussichten oder hinterlegten Sicherheiten.

In vielen Fällen kann auch eine Umschuldung sinnvoll und erfolgreich sein. Möglich ist das zum Beispiel, wenn mehrere Kredite gebündelt werden und somit hohe monatliche Parallelzahlungen entfallen – wenn auch auf Kosten einer verlängerten Laufzeit.

Auch bei langfristigen Immobilien-Darlehen, bei denen die Zinsbindung demnächst ausläuft, können eine Stundung und das anschließende Umschulden den Durchbruch bringen. Hier profitieren Sie möglicherweise davon, dass die Zinssätze in den vergangenen Jahren stark gesunken sind.

Sparen kann Zwangsversteigerung verhindern

Gerade in Haushalten, die über Jahre hinweg über ausreichende Mittel verfügt haben, bilden sich viele laufende Kosten, die es nicht zwingend braucht. Das beginnt bei gedoppelten oder unnötigen Versicherungen und reich über mehrere Handy-Verträge bis hin zu laufenden Abos, die längst niemand mehr nutzt. Stellen Sie diese Kosten auf den Prüfstand, inklusive aller laufenden Verträge, den Kosten für Mobilität, Strom und Entertainment.  Sie wären nicht der Erste, für den die mögliche Ersparnis eine echte Überraschung ist. Auch vermeintlich geringe Beträge haben nämlich die unangenehme Eigenart, sich zu großen Summen zu addieren – gerade auf der Ausgabenseite.

Die letzte Chance

Ist tatsächlich ein Zwangsversteigerungsverfahren anhängig, bleibt die Möglichkeit binnen zwei Wochen eine Einstellung des Verfahrens zu beantragen. Oft gelingt dies, wenn eine Rückzahlung in einer bestimmten Frist (meist sechs Monate) glaubhaft gemacht werden kann. In der Praxis kommen Last-Minute-Rettungen durchaus vor, denn nun wurde Freunden und Verwandten die Ernsthaftigkeit Ihrer Lage amtlich bewusst gemacht.     

Verzweifeltes Paar mit einem Schreiben

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