Lohnzuschläge und Steuervorteile: Arbeiten an Ostern kann sich lohnen

Donnerstag, 29.03.2018

Wer am Ostersonntag arbeiten muss, bekommt vom Arbeitgeber wahrscheinlich Zuschläge. Das durchschnittliche Lohn-Plus dürfte in Brandenburg allerdings deutlich üppiger ausfallen als im restlichen Bundesgebiet. Warum das so ist und wie es mit den Sonn- und Feiertagszuschlägen rechtlich aussieht, erläutern wir hier.

In den meisten Branchen ist es üblich, die Arbeit an Sonn- und Feiertagen sowie in den Nachtstunden mit einem Lohnzuschlag zu vergolden. Gesetzlich verpflichtend sind die Zusatzzahlungen allerdings nicht. Wer wieviel an Zuschlägen bekommt, regeln die Tarif- und Arbeitsverträge. In punkto Steuern schafft der Staat zusätzliche Anreize, solange bestimmte Höchstgrenzen nicht überschritten werden.

Warum wird am Ostersonntag in Brandenburg potentiell mehr verdient?

Während die Höhe der Zuschläge für die Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit von Arbeitnehmern oder Gewerkschaften frei verhandelt werden muss, gelten steuerrechtlich klare Regeln, nachzulesen in §3 b des Einkommenssteuergesetzes (EStG). Definiert wird hier, welche Zuschläge an welchen Tagen steuerfrei bleiben und dabei gibt es durchaus Unterschiede. So wird auf Sonntagsarbeit ein Zuschlag von bis zu 50 Prozent des Grundlohns steuerfrei gestellt, bei Feiertagsarbeit sind es dagegen bis zu 150 Prozent (Ostern 125%).

Für den Ostersonntag bedeutet das: Während sich die Brandenburger über einen gesetzlichen Feiertag mit 125 Prozent steuerfreiem Lohnzuschlag freuen dürfen, müssen sich Arbeitnehmer in allen anderen Bundesländern mit 50 Prozent begnügen. Hier gilt der Ostersonntag nämlich nur als kirchlicher, nicht jedoch als gesetzlicher Feiertag.

Hinweis: Die Steuerfreiheit gilt bis zu einem Brutto-Grundlohn von 50 Euro pro Stunde, höhere Beträge müssen versteuert werden. (§3b EStG: „Grundlohn ist der laufende Arbeitslohn, der dem Arbeitnehmer bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit für den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum zusteht; er ist in einen Stundenlohn umzurechnen…“)

Weihnachten schlägt Ostern

Das Maximum an Zuschlägen erzielen übrigens jene, die an Feiertagen in der Nacht ihren Job erfüllen. In diesen Fällen addieren sich die Zuschläge in ihrer Steuerfreiheit. In Brandenburg würde sie also bis zu 165 Prozent erreichen (125% + 40% auf Nachtzuschläge zwischen 0 und 4 Uhr), im übrigen Bundesgebiet bis zu 90 Prozent.

Da am 1. Mai und an den Weihnachtsfeiertagen (am 24.12. ab 14 Uhr) sogar 150 Prozent an Feiertagszuschlägen steuerfrei bleiben, können hier bis zu 190 Prozent erreicht werden. Damit ist das Maximum erreicht, da sich Sonn- und Feiertagszuschläge nicht addieren.

Hinweis: Als Sonntags- beziehungsweise Feiertagsarbeit gilt auch die Arbeit in der Zeit zwischen 0 und vier Uhr, die auf den Sonn- oder Feiertag folgt. Die Feiertagszuschläge vom Ostermontag, der ebenso wie der Karfreitag ein bundesweiter Feiertag ist, wären somit auch in den frühen Morgenstunden des Dienstags nach Ostern steuerfrei.

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