Zu viel des Guten? Wie viel Weihnachtsdeko ist erlaubt?

Freitag, 01.12.2017

Pyramiden, Schwibbögen, Lichterketten: Dekoration gehört zur Weihnachtszeit. Verbieten darf sie niemand, auch nicht der griesgrämige Nachbar. Doch die Deko-Freude hat ihre Grenzen. Sie beginnt da, wo das Licht stört oder die Sicherheit gefährdet ist. 

Lichtimmission und Lichtverschmutzung sind Begriffe, die selten in einem Atemzug mit Lichter-Engeln und Weihnachtsbeleuchtung genannt werden. Der festliche Glanz in den Straßen gehört nun mal zum Fest. Stört die ungewohnte Beleuchtung allerdings den Nachtschlaf oder blendet im Wohnzimmer des Nachbarn, sieht das schnell anders aus. Im Streitfall heißt es dann: Licht aus, zumindest bis zum nächsten Morgen.

Wo sind der Dekorationsfreude Grenzen gesetzt?

Innerhalb der eigenen vier Wände ist dekorieren uneingeschränkt erlaubt, solange es nicht die Sicherheit gefährdet (Brandschutz) oder bauliche Veränderungen nach sich zieht. Einen Haken in die Wand zu machen, um die Hängepyramide daran zu befestigen, ist aber völlig im Rahmen.

Einschränkungen sind immer dann möglich, wenn Dritte betroffen sind, die sich gestört fühlen könnten, vielleicht weil sie einfach einen anderen Geschmack haben. So muss die Deko-Kreativität im Hausflur auf die eigene Wohnungstür (ein Tannenzweig oder ähnliches) beschränkt werden. Auch der gemeinschaftliche Vorgarten ist ohne vorherige Absprache tabu.

Das Schmücken von Balkon und Fassade ist zwar gestattet, darf das Erscheinungsbild des Hauses aber nicht zu stark verändern. Vermieter oder Eigentümergemeinschaft sind von dem Vorhaben zu informieren. Gilt die Deko als übertrieben – zum Beispiel wenn der Weihnachtsmann über mehrere Etagen klettern soll, können Vermieter und andere Eigentümer ihr Veto einlegen. Generell verbieten dürfen sie den Schmuck aber nicht.

Als Orientierung, was im Rahmen des Statthaften ist, genügt ein Blick auf die Weihnachtsdeko in der Umgebung. Im Zweifelsfall gilt somit: Holen Sie die Nachbarn ins Boot. Je bunter es ringsum ist, desto mehr ist auch Ihnen erlaubt.

Ärger mit den Nachbarn

Zum Streit mit den Nachbarn kommt es meist, wenn die Weihnachtsdekoration blinkt und sehr hell ist. Und in diesem Fall sind dem Schmückenden tatsächlich enge Grenzen gesetzt. Nach 22 Uhr - also nach Beginn der Nachtruhe - darf keine Festbeleuchtung betrieben werden, die andere stört. Geht es schon um die früheren Abendstunden, ist die Entscheidung letztlich eine Frage der Lichtintensität.

Sicherheit geht vor

Bei einem Dekorationsverbot spielen häufig Sicherheitsaspekte eine Rolle. So ist es nicht leicht, die Lichterketten sicher an der Fassade zu befestigen, ohne diese zu beschädigen. Im Zweifelsfall führt das zu einem Verbot. Auch die Verkehrssituation rund um das Haus kann eine Rolle spielen: Lenken die Lichter die Fahrer zu stark ab, kann das Ordnungsamt ebenfalls ein Verbot erlassen. 

Haus mit Weihnachtsdeko

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