Zivilcourage: So verhalten Sie sich als Helfer korrekt

Samstag, 09.12.2017

Ein Mann wird grundlos verprügelt, ein Kind belästigt, eine Frau beschimpft. Doch niemand greift ein. Zeugen gibt es genug, an Zivilcourage mangelt es. Die Angst ist zu groß und auch nicht immer unberechtigt. Helden sterben jung. Was aber sollten Sie tun?

Es gibt eine Pflicht, Menschen in Not beizustehen. Das gilt bei einem Unfall ebenso wie bei einem Übergriff. Wer sich abwendet und geht, kann wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden. Er wird also selbst zum Täter. So steht es in § 323c des Strafgesetzbuches.

Das Gesetz macht allerdings eine bedeutende Einschränkung, die gerade bei einem Übergriff zum Tragen kommt: Das eigene Einschreiten muss zumutbar sein und darf den Helfer nicht selbst in „erhebliche Gefahr“ bringen. Blinder Eifer ist somit ebenfalls fehl am Platz.

Das rät die Polizei

Von blindem Aktionismus hält die Polizei nichts, denn sie befürchtet zusätzliche Opfer. Die Situation zu ignorieren, gilt allerdings als der schlechteste Weg. So muss es immer möglich sein, so die Behörde, die 110 zu rufen und Hilfe zu holen. Der Zeuge sollte – so möglich –   dabei vor Ort bleiben, die Lage weiter beobachten und den Beamten davon berichten. Schon seine Anwesenheit könne dem Opfer helfen, denn viele Täter würden dann von ihren Opfern ablassen.  

Zum Eingreifen rät die Polizei nur, wenn es die Situation zulässt. Justiziar Sascha Brauner von der Polizeigewerkschaft erklärt, eine generelle Empfehlung lasse sich kaum geben. Allerdings hätten die meisten Menschen ein gutes Bauchgefühl, wann die Lage das Einschreiten zulasse. Dabei solle man selbstbewusst auftreten, aber Abstand bewahren und sachlich bleiben. Oft würden so auch weitere Zeugen ermuntert, für das Opfer einzutreten.

Welche Rechte habe ich als Helfer mit Zivilcourage?

In Deutschland hat jeder das Recht, einen Täter bis zum Eingreifen der Polizei festzuhalten. Einfache Gewaltanwendung ist erlaubt, muss aber den strengen Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit genügen. Wer überreagiert, muss selbst mit Strafe rechnen.  

Frau wehrt ab

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