Wohnung untervermieten: Worauf Sie achten sollten

Dienstag, 18.07.2017

Wenn Sie ein Zimmer oder vorübergehend Ihre gesamte Wohnung untervermieten wollen, ist das grundsätzlich möglich. Ihr Vermieter darf seine Zustimmung zur Untervermietung nicht verweigern, sofern Sie ein berechtigtes Interesse nachweisen. 

Zahlreiche Gründe sprechen für eine Untervermietung. Sei es das „Probe-Wohnen“ mit dem neuen Freund, der Auszug eines Mitbewohners oder die lukrativen Mieteinnahmen. Sind die Gründe einleuchtend, hat der Vermieter die Untervermietung zu genehmigen. Verweigert er die Zustimmung, haben Sie die Möglichkeit, Ihr Recht einzuklagen oder können selbst mit einer Frist von drei Monaten kündigen.

In diesen Fällen ist keine Zustimmung nötig

Die Zustimmungspflicht entfällt, wenn es sich beim gewünschten Mitbewohner um ein eigenes Kind oder Stiefkind handelt, um den Ehepartner oder die Eltern (bei Geschwistern jedoch nicht, siehe BGH-Urteil VIII ZR 371/02). Ohne Zustimmung des Vermieters bei sich aufnehmen dürfen Sie auch Pflegepersonal oder eine(n) Hausangestellte(n). Ebenfalls nicht genehmigt werden müssen Besucher, die nur kurze Zeit bleiben. Ein Zeitraum von bis zu acht Wochen gilt hier als üblich.

Wenn die Untervermietung verweigert wird

Allerdings kann auch Ihr Vermieter triftige Gründe haben, seine Zustimmung zu verweigern, wenn Sie die Wohnung untervermieten wollen. Wenn der Platz nicht ausreicht, wird häufig wegen Überbelegung abgelehnt. Steht kein eigenes Zimmer für den Untermieter zur Verfügung und Sie vermieten dennoch, riskieren Sie Ihre fristlose Kündigung.

Als akzeptierter Ablehnungsgrund gilt auch, wenn es bereits im Vorfeld Probleme mit dem gewünschten Untermieter gab und der Hausfrieden in Gefahr ist.

Sind Sie länger abwesend und wollen während dieser Zeit die ganze Wohnung untervermieten, liegt die Entscheidung darüber ebenfalls beim Vermieter. An Touristen darf eine Mietwohnung jedoch laut Zweckentfremdungsverbot grundsätzlich nicht untervermietet werden.

Der Antrag auf Untervermietung sollte immer schriftlich beim Vermieter gestellt werden, denn die Erlaubnis ist im Streitfall vom Mieter nachzuweisen.

Der Vermieter lernt den neuen Untermieter kennen

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