Wohngeld oder Hartz IV: Was Sie beantragen dürfen

Samstag, 25.03.2017

Mieter und Wohnungseigentümer mit einem geringen Einkommen haben in Deutschland einen Anspruch auf Wohngeld. Unter welchen Voraussetzungen Sie diesen Mietzuschuss erhalten können, ist im Wohngeldgesetz geregelt. Beziehen Sie bereits Transferleistungen aus Hartz IV (ALG II), ist die Zahlung von Wohngeld jedoch ausgeschlossen. 

Das Wohngeld soll Ihnen dabei helfen, trotz niedriger Einkünfte jeden Monat Ihre Miete zu bezahlen. Ob Sie einen Anspruch auf diesen Mietzuschuss besitzen, wird von der Wohngeldstelle geprüft, die es in jeder Stadt beziehungsweise Gemeinde gibt. Wann und in welcher Höhe eine Zahlung erfolgt, liegt dabei nicht im Ermessen der Behörde. Der Anspruch richtet sich allein nach der Erfüllung aller Voraussetzungen. Da viele Kriterien eine Rolle spielen, gilt grundsätzlich: Reichen Sie im Zweifelsfall immer einen Antrag ein. So wird verhindert, dass Sie unnötig auf Geld verzichten.

Wann besitzen Sie ein Bezugsrecht?

Beim Wohngeldanspruch werden die Höhe der Mietbelastung und die Höhe des Einkommens beziehungsweise bestimmter Vermögenswerte ins Verhältnis gesetzt. Eine Rolle spielt zudem die Anzahl der Familienmitglieder, die im Haushalt lebt. Eigentümer sind von der Sozialleistung nicht ausgeschlossen, sie erhalten jedoch statt einem Miet- den sogenannten Lastenzuschuss. Auch Heimbewohner können Mietzuschuss beantragen. Bei Schülern und Studenten gilt: BAföG- beziehungsweise BAB-Berechtigte haben keinen Anspruch. Sie sollten sich bei Bedarf jedoch ebenfalls bei der Wohngeldstelle kundig machen, denn Ausnahmen gibt es auch hier. 

Arbeitslosengeld und Wohngeld?

Zu den wichtigsten Fragen vor jeder Einzelfallprüfung gehört, welche Leistungen parallel bezogen werden können und welche sich ausschließen. So verzichten viele Empfänger des Arbeitslosengeldes I irrtümlich auf eine Antragstellung – hier ist jedoch ein ergänzender Bezug durchaus möglich. Der Grund: Das Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung, Mietkosten werden dabei nicht mit kalkuliert, können also zusätzlich zur Auszahlung kommen.

Anders verhält sich die Sache beim Arbeitslosengeld II, also bei Hartz IV. Hier wird der Zuschuss zu den Wohnkosten bereits mit berechnet. Eine doppelte Zahlung erfolgt daher nicht. Auch bei Hartz IV steht jedoch erst der reale Bezug dem Wohngeld entgegen. Sind Sie berechtigt Harzt IV zu beziehen, stellen jedoch keinen Antrag oder ziehen diesen zurück, greift die Wohngeld-Regelung auch für Sie.   

Junges Paar in Geldnot

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