Winterreifenpflicht: Ab wann müssen Autofahrer die Reifen wechseln?

Montag, 02.10.2017

Wann kommt der erste Wintereinbruch? So richtig voraussagen kann das niemand. Dabei wäre das gerade für Autofahrer eine wichtige Sache, um sich gesetzeskonform und sicher im Verkehr zu bewegen. Der Gesetzgeber schreibt nämlich eine Winterreifenpflicht bei „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ zwingend vor. Einen Zeitpunkt nennt er jedoch nicht. 

In der Praxis sollte das bedeuten: Besser ein paar Tage zu früh als am Ende doch zu spät. Auf den Klimawandel ist in diesem Punkt nämlich kein Verlass. So empfehlen die meisten Experten, sich an die „O-bis-O“-Regel zu halten. Übersetzt bedeutet das: Winterreifen von Oktober bis Ostern. Sie schauen auf den Kalender? Ja, die Zeit vergeht. Es besteht Handlungsbedarf.

Welche Reifen genügen den Vorgaben für die Winterreifenpflicht?

O bis O = M+S, so könnte die kurze Formel lauten. M+S steht dabei für „Matsch und Schnee“. Die entsprechende Kennzeichnung findet sich auf allen Reifen, die den winterlichen Vorschriften genügen. Da das auch Ganzjahresreifen einschließt, warnen viele Verkehrsexperten vor falscher Sparsamkeit: Die Allrounder sind in ihren Eigenschaften den Winter-Profis weit unterlegen.

Darüber hinaus gilt die Empfehlung: Reifen sollten jung sein. Nur dann haben sie die volle Leistungskraft. Mit fünf oder sechs Jahren ist ein Reifen schon deutlich in die Jahre gekommen. Bei der Profiltiefe sind 1,6 mm Pflicht, 4 mm und mehr gelten jedoch als weitaus sicherer.

Wichtig beim Neukauf

M+S-Reifen haben bereits ab 2018 ausgedient, zumindest bei einem Neuerwerb. Der neue Standard heißt dann „Alpine“. Reifen mit diesem Symbol wurden vom Kraftfahrtbundesamt getestet und für winterliche Verhältnisse freigegeben.

Für alle „Bestandsreifen“ gelten Übergangsfristen bis 2024.

Was passiert, wenn Sie bei Schneeglätte keine Winterreifen haben?

Im schlechtesten Fall passiert ein Unfall. Im weitaus besseren werden Sie erwischt und zahlen 60 Euro Strafe. Dazu gibt’s gratis einen Punkt in Flensburg. Behindern Sie damit in einer konkreten Situation andere Verkehrsteilnehmer, werden 80 Euro fällig. Bei einer Gefährdung sind es 100, beim Unfall 120. 2018 sollen diese Bußgelder noch einmal deutlich angehoben werden. Geplant sind statt der 60 dann 75 Euro.   

Auslandsfahrten: Regelungen in der EU

Wer mit dem eigenen Wagen im Ausland unterwegs ist, sollte das Wörtchen „situative“ aus der deutschen Winterreifenpflicht gedanklich gleich streichen. In vielen Ländern ist man sonst nach der Kontrolle zu Fuß unterwegs. Das gilt zum Beispiel zu festen Zeiten in Schweden, Estland, Lettland und Litauen. Auch Italien hat regional entsprechende Vorschriften, zum Beispiel im Aosta-Tal. In Österreich herrscht die Pflicht ab 1. November, wenn der erste Schnee gefallen ist. Und auch mit 1,6 mm Profiltiefe kommen Sie hier nicht weit. Per Gesetz sind 4 mm vorgeschrieben. 

Auto mit Winterrreifen im Schnee

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