Wie weit dürfen Halloweenstreiche gehen?

Dienstag, 31.10.2017

Halloween ist in vielen Regionen Deutschlands von amerikanischen Traditionen geprägt. Die Kinder ziehen auf der Jagd nach Süßem verkleidet von Haus zu Haus. Gehen sie leer aus, gibt es „Saures“  für die Bewohner. Wo aber liegen die Grenzen der Scherze?  

„Süßes oder Saures?“, lautet die Frage. Und hält der Gefragte weder Bonbons noch Schokolade bereit, muss er mit einigen Streichen rechnen. Aber Vorsicht: „Nicht alles was Spaß macht, ist auch erlaubt“, warnt die Polizei Jahr für Jahr.

Wo endet der Kinderstreich?

Der Rechtsexperte Jürgen Renz beschreibt es bei FR.de wie folgt: „Wird das Erscheinungsbild einer Sache erheblich und nachhaltig beeinträchtigt, handelt es sich bei dem Streich um eine Sachbeschädigung.“ Anders ausgedrückt: Lassen sich die Spuren nicht mit geringem Aufwand wieder entfernen, wird der Verursacher in die Pflicht genommen. Während Zahncreme an der Türklinge oder das Klopapier am Auto vielleicht tolerabel sind, ist es der Böller im zerstörten Briefkasten oder der Farbbeutel an der Fassade bestimmt nicht mehr.  

Strafe droht

Das Kind als Verursacher solcher Schäden kann in die Haftung genommen werden, wenn es die notwendige Einsichtsfähigkeit besitzt. Das ist oft schon ab einem Alter von sieben Jahren der Fall. Wer 14 oder älter ist, muss mit erzieherischen Maßnahmen rechnen. Volljährige können theoretisch sogar bis zu zwei Jahre ins Gefängnis kommen.  

Wichtig ist also, dass Ihr Nachwuchs die Grenzen kennt. Geht es über das Erlaubte hinaus, steht auch noch ein ganz anderer Vorwurf im Raum: die grobe Verletzung der Aufsichtspflicht. Schließlich haben Sie als Eltern nicht verhindert, dass Ihr Kind zu später Stunden bettelnd um die Häuser zieht.  

Heikel wird es im Fall von Schäden übrigens auch mit der Haftpflichtversicherung: Dass der Farbbeutel nicht vorsätzlich geworfen wurde, ist einfach schwer zu beweisen. 

Kostümiertes Mädchen erschreckt

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