Wie viel Vermögen darf man als Hartz-4-Empfänger haben?

Dienstag, 27.06.2017

Hartz-4-Bezug und Vermögen schließen sich aus, denn die finanzielle Bedürftigkeit ist eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf staatliche Hilfe. Trotzdem dürfen Sie auch als Hartz-4-Empfänger Vermögen besitzen, in engen Grenzen zumindest.

Wer seinen Lebensunterhalt nicht allein bestreiten kann, also finanziell bedürftig ist, hat Anspruch auf die Grundsicherung für Arbeitssuchende, wie der offizielle Begriff für Hartz IV (ALG II) lautet. Der logische Schluss: Hartz-4-Empfänger dürfen nur über ein begrenztes Vermögen verfügen. Werden die festgelegten Grenzen überschritten, erlischt auch der Anspruch auf soziale Leistungen.

Prüfung durch Jobcenter

Ihren Antrag auf Hartz 4 müssen Sie beim zuständigen Jobcenter stellen. Um jede Art von Betrug unmöglich zu machen, werden vor allen die finanziellen Verhältnisse jedes Antragstellers von der Behörde genauestens unter die Lupe genommen.

Im Sozialgesetzbuch II sind die juristischen Regelungen für den Bezug nachzulesen. Hier ist auch erläutert, was als Vermögen – der Besitz zum Zeitpunkt der Antragstellung – und Einkommen – alles, was man während des Hartz-4-Bezugs bekommt – fällt.

Verwertbares Vermögen

Nun ist Vermögen nicht gleich Vermögen. Verwertbares Vermögen wie Bargeld, Wertgegenstände, nicht selbst bewohnte Immobilien, Bausparguthaben, Aktienanteile und die meisten Lebensversicherungen müssen zuerst für den Lebensunterhalt verwendet werden. Erst danach greift die Grundsicherung. Diese Regelung gilt auch, wenn das Vermögen im Ausland liegt.

Allerdings gibt es das sogenannte Schonvermögen. Es darf vom Jobcenter nicht mit dem Hartz-4-Geld verrechnet werden. Die Grundfreibeträge liegen laut SGB II bei 150 Euro je vollendetem Lebensjahr des Antragstellers, gedeckelt bei 9.750 Euro. Für Minderjährige gilt ein Freibetrag von 3.100 Euro, der zugleich auch der Minimalwert für erwachsene Bezugsberechtigte ist.

Nicht anrechenbares Vermögen

Einige zum Leben notwendige Vermögenswerte dürfen nicht angerechnet werden. Dazu zählen etwa Wohneigentum, Hausrat oder ein Auto, wobei stets auf „Angemessenheit“ geachtet wird. Hier gibt es also keine festen Grenzen, aber Richtwerte. Beim Auto sind dies zum Beispiel bis rund 7.500 Euro.

Wie viel Vermögen darf man als Hartz-4-Empfänger haben?

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