Wie sich Arbeitslosigkeit auf die Rente auswirkt

Mittwoch, 27.09.2017

Wer arbeitslos ist, vielleicht auch nur zeitweise, erhält im Alter weniger Rente. Wie gravierend die Auswirkungen sind, hängt vor allem an der Dauer der Arbeitslosigkeit und der jeweiligen Bezugsberechtigung für Leistungen des Arbeitsamtes.

Weitgehende Entwarnung gibt es vor allem für jene, die nur für einen befristeten Zeitraum Arbeitslosengeld II beziehen. Zwar sinkt der Rentenanspruch auch hier, aber nur um wenige Euro im Monat. So sehen die möglichen Fälle aus:

Bezug von ALG (max. 24 Monate)

Bezieher von Arbeitslosengeld sind auch während der Arbeitslosigkeit rentenversichert. Das Arbeitsamt führt die Beiträge an die Rentenkasse ab. Berechnungsgrundlage sind 80 Prozent des vorherigen monatlichen Bruttoverdienstes. Auswirkungen auf die Einzahlungsjahre hat das nicht.

Der temporär um 20 Prozent gesenkte Basiswert bei der Rentenzahlung hält auch den Verlust bei der späteren Rentenhöhe in Grenzen. Letztlich dürften binnen Jahresfrist kaum zehn Euro Abschlag zusammenkommen.

Bezug von ALG II (Hartz IV)

Das ALG II führt bei einer längeren Dauer fast zwangsläufig in die Altersarmut. Zwar werden auch hier Beiträge an die Rentenkasse abgeführt, aber nur in sehr geringer Höhe. Als Berechnungsgrundlage dient pauschal ein Monatsgehalt von 205 Euro. Das führt innerhalb eines Jahres ALG II Bezug zu einer Anwartschaft auf eine monatliche Rente von 2,41 Euro. Zum Leben reicht das nicht.

Menschen ohne Leistungsanspruch

Rechnerisch am schlechtesten geht es jenen, die keinen Anspruch auf Leistungen des Arbeitsamtes besitzen, zum Beispiel durch einen gut verdienenden Partner. Sie erhalten weder finanzielle Unterstützung noch erfolgt eine Zahlung an die Rentenkasse.

Es ist allerdings möglich, sich ohne Leistungsbezug beim Arbeitsamt zu registrieren. Damit wird die Zeit der Arbeitslosigkeit zumindest als Beitragszeitraum gewertet, was zum Beispiel Vorteile bei einer Frühverrentung bringen kann.    

Mann depremiert

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