Wie heiß darf es im Büro sein?

Montag, 03.07.2017

Bei Hitze ist es schwer, einen klaren Gedanken zu fassen oder gar kreativ zu sein.  Ist es daher rechtens, bei hohen Temperaturen arbeiten zu müssen? Was gilt arbeitsrechtlich als zumutbar?

Die Regelung „hitzefrei“ endet leider mit dem sommerlichen Schulalltag. Aber auch im Arbeitsleben gibt es Auflagen in Bezug auf die Raumtemperatur. Selbst wenn der Arbeitgeber kein klimatisiertes Büro zur Verfügung stellen muss, wird er durchaus in die Pflicht genommen.

Arbeitsstättenverordnung

Neben den Regelungen zum Arbeitsschutz und der allgemeinen Fürsorgepflicht kommt bei Hitze-Problemen die gesetzliche Arbeitsstättenverordnung zum Tragen. Hier ist festgelegt, dass in Büros und anderen Arbeitsräumen die Sicherheit und der Gesundheitsschutz der Beschäftigten gewährleistet sein müssen. Neben Faktoren wie der Beleuchtung und Belüftung spielt dabei auch die Raumtemperatur eine Rolle.

Temperaturschwellen-Regelung

Zum gesundheitlich zuträglichen Arbeitsklima gehört zunächst der Schutz vor starker Sonneneinstrahlung. Die Fenster müssen beispielsweise  durch Jalousien, Markisen oder Sonnenschutzverglasungen entsprechend abgeschirmt werden. Klettert das Thermometer im Büro über 26°C, sind reflektierende Maßnahmen an den Fenstern verpflichtend gefordert.

Werden 30°C erreicht, sollte der Arbeitgeber mit Lüftungseinrichtungen gegensteuern. Bekleidungsregeln sind gegebenenfalls zu lockern und ausreichend Getränke bereitzustellen. Erweiterte Gleitzeitregelungen können die Hitze-Situation entspannen.

Die Grenze des Zumutbaren ist spätestens bei 35° erreicht. Da Hitzeschutzkleidung im normalen Arbeitsalltag keine Option ist, müssen die Angestellten ihre Schreibtische räumen. An eine Rückkehr ist erst zu denken, wenn die Raumtemperaturen deutlich gefallen sind. Dann aber muss die Arbeit wieder aufgenommen werden.

Sonderregelungen 

Schwangere oder gesundheitlich beeinträchtigte Kollegen können schon ab 26 Grad Celsius auf besondere Maßnahmen wie Lüfter oder kühle Getränke pochen. Fühlen sie sich zu stark beeinträchtigt, dürfen sie den Arbeitsplatz verlassen – ohne dass Ihnen deshalb eine Abmahnung droht.

Ermessensspielraum

Alle Angaben zu Hitzeschwellen gelten als Orientierungshilfe. Sie verpflichten den Arbeitgeber zum Handeln, die konkreten Maßnahmen liegen jedoch in seinem Ermessen.

Arbeitnehmer sollten im Bedarfsfall zuerst mit dem Chef reden und ihm Zeit zum Reagieren lassen, bevor sie den Stift aus der Hand legen. Die Hitze setzt allen zu, und eine einvernehmliche Lösung ist immer die beste Variante.    

Mann in überhitztem Büro

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