Wer haftet nach einem Marder-Schaden?

Samstag, 13.01.2018

Marder sind neugierig, scheu und vor allem eifersüchtig. Oft geht das oft Kosten der Zündkabel und Kühlwasserschläuche im Auto: Die Tiere verstecken sich unter der Motorhaube, reagieren jedoch gereizt, wenn ein anderer Marder dieses Revier bereits markiert hat. Dann beißen sie zu, um die Duftspuren zu beseitigen. Und wer übernimmt die Haftung für den Marder-Schaden? 

Die deutschen Versicherer regulieren pro Jahr mehr als 200.000 Marderschäden. Die Kosten belaufen sich auf über 60 Millionen Euro. Wer keine entsprechende Versicherung besitzt, geht leer aus. Je nach Police werden auch nur die Schäden des eigentlichen Bisses getragen, nicht jedoch die Kosten für mögliche Folgen. Die gesamten Schäden liegen also noch weit höher.

Kasko von „light“ bis „full service“

Gegen Marderschäden kann man sich versichern. Zuständig ist die Teilkaskoversicherung, selbstverständlich ist der Einschluss aller Leistungen aber schon lange nicht mehr. Der Versicherungsschutz reicht von der Abdeckung des eigentlichen Marderbiss-Schadens bis hin zur kompletten Begleichung aller Folgen von Tierbissen. Zwischen beiden Varianten können bei der Regulierung schnell einige tausend Euro liegen.

Folgende Punkte sind daher beim Versicherungsabschluss zu beachten:

  • Einschluss von Tierbissen. Meist sind zwar Marder die Übeltäter, immer jedoch nicht.
  • Einschluss aller Folgeschäden, nicht allein der Biss-Schäden. Das kann auch die gesamte Bordelektronik sein.
  • Verzicht auf eine Auszahlungsgrenze. Liegt diese bei ein- oder zweitausend Euro, ist sie bei Folgeschäden nämlich schnell erreicht.   

Vorbeugen und versichern

Am sichersten können sich Autofahrer fühlen, die mit einer „Doppelstrategie“ gegen Marder vorgehen. Neben der Versicherung heißt das auch:

  • Motorraum abdichten. Diese Form der Abschottung wird teilweise sogar ab Werk angeboten.
  • Regelmäßige Motorwäsche: Wenn der Marder den Nebenbuhler nicht riecht, verzichtet er auf Bisse.
  • Einbau von Zusatzgeräten (Ultraschall oder Elektroschock). Im Elektroschock-Bereich sollte nur der Fachmann ran. Die Wirkung vieler Ultraschallgeräte ist umstritten. 
Agressiver Marder

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