Welche Spuren hinterlasse ich beim Surfen im Internet?

Samstag, 06.01.2018

Wer im Internet surft, hinterlässt Spuren. Diese werden von Dienste-Anbietern und Industrie, aber auch von den Ermittlungsbehörden und Geheimdiensten genutzt. Der Zugriff ist reglementiert. In vielen Fällen profitieren die User von dieser Spuren-Auswertung, aber es lauern auch Gefahren. Wer sich beim Surfen ein gewisses Maß an Anonymität bewahren will, muss selbst aktiv werden.

Spur Nr. 1 im Internet: IP-Adresse

Die erste Spur ist die IP-Adresse Ihres Rechners. Sie wird an den jeweiligen Internet-Provider übermittelt und bietet später die Möglichkeit, den Rechner eindeutig zu identifizieren, von dem eine bestimmte Aktion ausgegangen ist. Erhalten Sie zum Beispiel eine Abmahnung wegen illegalen Filesharings, erfolgt die Zustellung auf Basis der genutzten IP-Adresse. Der Rechner und sein Standort sind also leicht zu lokalisieren, nicht jedoch der Nutzer selbst.

Neben der IP-Adresse werden zahlreiche weitere Informationen übertragen. So wird das technische System „analysiert“, dass Sie verwenden. Welchen Browser, welche Windows-Version oder welche Bildschirm-Auflösung Sie beim Surfen benutzen, ist damit zum Beispiel ebenfalls bekannt.

Spur Nr. 2 im Internet: Cookies

Wenn Sie mit Ihrem Browser eine Webseite besuchen, wird dies protokolliert – meist über den Einsatz sogenannter Cookies. Damit wird der Zeitpunkt des Besuchs und dessen Dauer sichtbar, ebenso der Ort von dem Sie kommen und an den Sie virtuell weiterreisen. Es entsteht eine Art Bewegungs- und Interessensprofil. Vor allem aber werden Sie als User XY identifizierbar und können so persönlich wieder angesprochen werden.

Datenschutz im Internet: So schützen Sie sich

Cookies sind damit per se kein „Spionagetool“, sie ermöglichen es erst, bestimmte Dienste zu nutzen. So ist das Online-Shopping mit dem Befüllen des Warenkorbs ohne Cookies kaum vorstellbar. Wer die kleinen Textdateien blockiert, wird viele Funktionen nicht nutzen können. Cookies werden dabei von den jeweiligen Anbietern der besuchten Webseiten gesetzt, aber auch von Dritten (Tracking Cookies). Verbleiben diese auf dem Rechner, kann man auch Monate später noch als User XY erkannt werden – und erhält zum Beispiel von Werbefirmen passende Angebote.

Die angesammelten Cookies von Zeit zu Zeit (oder automatisch nach Ende der Sitzung) aus dem Browser zu löschen, wird daher empfohlen. Eine Deaktivierung schränkt die Nutzung zu stark ein.

Spur Nr. 3 im Internet: Aktive Eingaben

Die vielleicht deutlichste Spur im Internet ist die aktive Suche, die sich bei den meisten User mit dem Begriff „googeln“ zusammenfassen lässt. Wenn Sie Lust haben, können Sie ja mal bei „Google Meine Aktivitäten“ blättern und staunend nacherleben, was Sie selbst alles so gesucht haben. Bei „Google Location History“ gibt’s auch die Standort-Analyse (Android). Oder wie wäre es mit der Frage, welche Geräte Sie in den vergangenen Jahren verwendet haben. Google hat das alles und noch viel mehr.

Geöffneter Browser mit Google

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