Wann springt die Haftpflichtversicherung ein?

Dienstag, 28.03.2017

In Deutschland gibt es derzeit rund 46 Millionen Haftpflichtversicherungen. Rund 85 Prozent aller privaten Haushalte sind versichert. Eine enorme Zahl, die aber zugleich bedeutet: Jeder Siebte bleibt draußen und riskiert die Existenz – denn die Haftpflicht gehört zur Grundversorgung. 

Wenn Sie in Deutschland ein Auto fahren, sind Sie „zwangsversichert“. Kein Fahrzeug darf ohne Kfz-Haftpflicht auf öffentliche Straßen. Warum? Das Risiko wäre zu hoch. Ein Moment der Unachtsamkeit kann Millionen kosten, gerade wenn Menschen zu Schaden kommen. Was nützt es da, das Sparbuch zu plündern? Eine starke Versicherung muss her.

Haftpflichtversichert – vor dem Schaden klug sein

Im Alltag sieht dieses Risikopotential kaum anders aus. Wenn Sie Dritte fahrlässig schädigen, haften Sie unbegrenzt. Eine allgemeine Versicherungspflicht gibt es jenseits des Straßenverkehrs allerdings nicht. Im Schadensfall kann das problematisch sein. Empfohlen wird, unter anderem von der Stiftung Warentest, eine private Haftpflichtpolice über mindesten fünf Millionen Euro abzuschließen. Dieses Geld dient dazu, Personen- und Sachschäden finanziell zu regulieren, die Sie oder mitversicherte Familienmitglieder anderen zufügen. Auch grobe Fahrlässigkeit kann und sollte mit versichert sein.

Wann zahlt die private Haftpflichtversicherung?

Ziel der Versicherung ist es, Alltagsschäden abzusichern, die Sie bei anderen verursachen. Dazu gehören bei guten Versicherungen auch sogenannte Allmählichkeitsschäden im gemieteten Wohnraum ebenso wie Schäden durch Abwässer oder gewässergefährdende Substanzen. Ebenfalls versichert sind oft Sachschäden, die Sie an Mietobjekten verursachen, egal ob in der heimischen Mietwohnung oder in der Ferienwohnung in Dänemark.

Ein hohes Risikopotential wird gesehen, wenn Sie gelegentlich den Hund des Nachbarn hüten oder ein Pferd betreuen. Schäden, die das Tier anrichtet, schließen viele Versicherer daher ebenfalls ein.

Da die Deckungsgarantie des Versicherers eigentlich nur für Vorgänge und Tätigkeiten gilt, die im Vertrag genannt sind, wird zusätzlich eine Vorsorgeversicherung  inkludiert. Diese springt mit einem begrenzten Betrag ein, wenn Schäden durch zuvor nicht absehbare Risiken entstehen. Neue Risikofaktoren, zum Beispiel durch den Kauf einer Immobilie, müssen dem Versicherer jedoch schnell gemeldet werden, um später Bestandteil des Vertrages zu werden.    

Zusätzlich absichern   

Die Leistungen der Haftpflichtversicherer differieren, der Vergleich lohnt. Oft sind Zusatzversicherungen sinnvoll. Typische Beispiele: die Absicherung von Schlüssel-Verlusten oder Schäden, die Sie durch Unachtsamkeit bei der unentgeltlichen Hilfe beim Hausbau des Nachbarn verursachen.  

Mann richtet Schaden an

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