Wann lohnt sich eine private Krankenversicherung?

Samstag, 29.07.2017

Gesetzlich oder privat? Diese Frage stellt sich nicht erst beim Arzt. Für wen die private Krankenversicherung lohnt und wer überhaupt Zugang erhält, das lesen Sie hier. 

Freie Arztwahl, Chefarzt-Behandlung und kurze Wartezeiten bei Terminen: Private Krankenversicherungen (PKV) genießen einen guten Ruf. Aber wird man hier tatsächlich bevorzugt behandelt?

Die Leistung zählt – lohnt sich die private Krankenversicherung?

Die PKV wählt ihre Kundschaft selbst, die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) muss jedem Versicherungsschutz gewähren. Zugleich werden Ärzte besser entlohnt, wenn sie privat versicherte Patienten behandeln. Aus diesen Tatsachen ergibt sich ein Plus für die Privaten, das in der Praxis deutlich wird. Denn tatsächlich ist für Private oft schneller ein Termin zu haben und bei der Arztwahl gibt es keine Reglementierungen.

Betrachtet man es anders, bieten auch die gesetzlichen Krankenkassen alles „medizinisch Notwendige“. Der Leistungskatalog wird ständig angepasst, ist also flexibel – Leistungskürzungen inklusive. Teure Behandlungen, die den Ärzten mehr nützen als den Patienten, dürften nur selten vorkommen.

Bei einigen Behandlungsmethoden übernehmen die privaten Krankenversicherungen die Kosten, im Leistungskatalog der GKV tauchen diese jedoch nicht auf. Dem gesetzlich Versicherten werden diese Methoden daher gar nicht erst angeboten. Eine private Versicherung kann in diesen Fällen von entscheidendem Vorteil sein, zumal Leistungsstreichungen aufgrund des einmal geschlossenen Vertrages nicht vorkommen.

Der finanzielle Aufwand für die Versicherten

Rund 71 Millionen Deutsche sind gesetzlich versichert, nur neun Millionen privat. Der private Kreis ist also begrenzt, vor allem aufgrund strenger Zugangsregeln. Willkommen sind Beamte, Studenten, Selbstständige (verdienstunabhängig) und Angestellte mit einem Jahresgehalt von mindestens 57.600 Euro (Stand 2017). Die Entscheidungshoheit  hat die PKV.  

Für wen die private Krankenversicherung aus finanzieller Sicht lohnt? Grundsätzlich gilt: Wer jung und gesund ist, spart in der privaten Krankenversicherung Geld, auch langfristig. Allerdings wird die Versicherung mit den Jahren immer teurer, was im Alter zu Problemen führen kann. Ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung lohnt am meisten, wenn er früh erfolgt (unter 40 Jahren). Der Rückweg in die GKV ist versperrt, solange es die soziale Situation nicht erzwingt.

Beamte in die PKV

Im Grunde immer lohnend ist die PKV für Beamte. Der Staat zahlt ihnen eine üppige Beihilfe zu den Krankenkosten, was die PKV zusätzlich mit günstigen Policen honoriert. 

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