Wann hat der Vermieter Besuchsrecht?

Donnerstag, 15.03.2018

Jeder Vermieter hat das Recht, die von ihm vermieteten Räumlichkeiten zu besuchen. Will er von seinem Besichtigungsrecht Gebrauch machen, muss er sich allerdings anmelden und einen nachvollziehbaren Grund für den Termin nennen. Routinekontrollen gelten nicht als zulässiger Besichtigungsgrund.

Der Mieter hat das Recht, der Besichtigung beizuwohnen. Betritt ein Vermieter eine Wohnung oder ein Büro ohne Zustimmung des Mieters, begeht er Hausfriedensbruch. Generell verweigern oder lange hinauszögern darf der Mieter einen begründeten Besuch jedoch nicht. Der Vermieter kann die Besichtigung sonst gerichtlich erzwingen.

Anmeldefristen für die Besichtigung

Zwei Wochen Vorankündigungszeit gelten als üblich. So nicht einvernehmlich anders vereinbart, muss der Besuch zwischen 10:00 und 18:00 Uhr erfolgen, nicht jedoch in den Mittagsstunden. Stimmt der Mieter dem Besuch nur am Abend zu, muss der Vermieter sich darauf einrichten, wenn seinerseits keine wichtigen Gründe dagegen stehen.

Die Gerichte sehen in der Regel eine Ankündigungsfrist von 24 Stunden als ausreichend an, bindende Vorgaben gibt es jedoch nicht. Für Notfälle gilt ohnehin: Zutritt sofort möglich.  

Hinweis: Klauseln im Mietvertrag, die dem Vermieter ein unbeschränktes Besichtigungsrecht einräumen, sind unwirksam.  

Gründe für eine Besichtigung

Geplante Modernisierungs- oder Instandhaltungsmaßnahmen, die Umsetzung gesetzlicher Erfordernisse wie die Installation von Rauchmeldern, der geplante Verkauf oder eine Neuvermietung – all das begründet eine Besichtigung. Der Mieter muss dabei auch möglichen Kauf- oder Mietinteressenten im Beisein des Vermieters Zutritt gewähren.

Hinweis: Der Vermieter ist nicht berechtigt, Foto- oder Video-Aufnahmen in der vermieteten Wohnung zu machen, um damit Kauf- oder Mietinteressenten zu werben.

Ein Besichtigungsrecht leitet sich auch aus dem begründeten Verdacht ab, dass die Mietsache zweckentfremdet genutzt oder nicht ausreichend gepflegt wird. Selbiges gilt auch für den Verdacht einer nicht genehmigten Tierhaltung. Bei Schulden aus dem Mietverhältnis kann der Vermieter die Räumlichkeiten gegebenenfalls besichtigen, um sein Pfandrecht geltend zu machen.

Verlangt der Mieter selbst die Beseitigung von Mängeln, muss der Vermieter die angezeigten Mängel vor Ort prüfen können, um geeignete Schritte einzuleiten. Auch in diesem Fall hat er somit ein Besichtigungsrecht.

Vermieterin klopft

Weitere Artikel

Kommentare