Verlobung: Das sollten Sie über ein Verlöbnis wissen

Mittwoch, 19.07.2017

Filmemacher Quentin Tarantino, Fußballer Mario Götze und die japanische Prinzessin Mako – verschiedene Welten, die eines verbindet:  Alle haben sich in diesem Sommer verlobt. Eine Verlobung bedeutet im allgemeinen Verständnis das gegenseitige Eheversprechen, mit oder ohne Kniefall und funkelndem Ring. Wie sieht es aber mit der rechtlichen Verbindlichkeit aus?

Wie heiß es im Kindervers: Verliebt – verlobt – verheiratet? Für die meisten Paare in Deutschland scheint das zu stimmen. Wie aus einer Umfrage (deals.com/ promio.net) hervorgeht, haben sich 2014 gerade sechs Prozent der Verlobten schon vor ihrer Hochzeit wieder getrennt. Jedes dritte Paar wartete mit der Eheschließung zwar länger als ein Jahr ab, gab sich dann aber feierlich das Ja-Wort. Bei allen anderen folgte die Hochzeit bereits nach wenigen Monaten.

Verlobung rechtlich nicht bindend

In Deutschland ist ein Verlöbnis rechtlich nicht bindend. Wer verlobt ist, kann sich also jederzeit wieder entloben. Dabei gibt es weder für die Verlobung noch für ihre Auflösung eine verbindliche Form – weder Zeugen noch ein Ring sind nötig. Als verlobt gilt ein Paar spätestens dann, wenn es beim Standesamt das Aufgebot bestellt hat.

Forderung nach Schadensersatz

Niemand ist gezwungen, auf eine Verlobung auch die Ehe folgen zu lassen. Dennoch entsteht unter bestimmten Umständen ein Anspruch auf Schadensersatz, wenn der Verlobung keine Hochzeit folgt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn es für die einseitige Auflösung des Eheversprechens keinen triftigen Grund gibt, wie zum Beispiel dauerndes Fremdgehen oder körperliche Gewalt des Partners.   

Was ersetzt werde muss, hängt an den konkreten Lebensumständen. Die Forderungen können erheblich sein. Wurde zum Beispiel der Job gekündigt, um gemeinsam in eine andere Stadt zu gehen, können daraus erhebliche Verluste resultieren. Wer „grundlos“ verlassen wurde, kann diese finanziellen Einbußen im Zusammenhang mit der geplanten Ehe geltend machen. Auch Geschenke und Anschaffungen für die gemeinsame Zeit können zurückgefordert werden. Übrigens: Nach drei Jahren verjähren alle Ansprüche.

Ersatzlos gestrichen: das Kranzgeld

Das sogenannte Kranzgeld ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Es war im BGB festgeschrieben und regelte den Fall der „unbescholtenen“ Verlobten, die ihre Jungfräulichkeit in sicherer Erwartung der Ehe verloren hatte. Da diesen Frauen geringere Chancen auf eine standesgemäße Ehe eingeräumt wurden, sah das Gesetz eine finanzielle Entschädigung vor.

In der DDR galt diese Regelung schon seit 1957 nicht mehr. In der BRD wurde sie erst 1998 im Rahmen einer Neuordnung des Eherechts gestrichen.

Verlobung: küssendes Paar

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