Verjährung verhindern: So funktioniert‘s

Samstag, 30.12.2017

Das Jahresende ist der Stichtag für Verjährungen. Forderungen, die drei Jahre zurückliegen, verjähren zum neuen Jahr, wenn der Gläubiger nicht aktiv wird. Diese sogenannte regelmäßige Verjährungsfrist ist in § 195 BGB festgeschrieben. Um die Verjährung zu verhindern, wird folgende Vorgehensweise empfohlen.

Als Gläubiger informieren Sie sich zunächst, ob für Ihre Forderung die regelmäßige Verjährung gilt. Die Verjährungsfrist berechnet sich ab dem Ende des Jahres, in dem Sie Kenntnis über den Anspruch erhalten haben. Regulär endet sie nach drei Jahren. Für Einkäufe gelten zweijährige Verjährungsfristen, weit längere Fristen für die Mängelhaftung.

Beantragen Sie einen Mahnbescheid

Der Mahnbescheid gilt als einfachster Weg, die Verjährung zu verhindern. Er kann online beantragt werden. Mit einer digitalen Signatur lässt er sich direkt an das Mahngericht übermitteln. Alternativ drucken Sie den Mahnbescheid aus, schicken Ihn per Post oder werfen den Bescheid persönlich in den Gerichtsbriefkasten. Wichtig ist, dass er fristgerecht eintrifft. Ein Mahnbescheid kostet etwa 27 Euro pro 1.000 Euro Streitwert. Eine Begründung müssen Sie Ihrem Mahnbescheid nicht beilegen und auch keine Unterlagen einreichen.

Reichen Sie Klage ein

Wenn Sie Klage einreichen wollen, bedeutet das einen weit höheren Aufwand. Sie müssen eine Begründung ausarbeiten und Belege erbringen. Bei einem höheren Streitwert, der unweigerlich vor das Landgericht führt, ist anwaltlicher Beistand zwingend. Durch das Eintreffen der Klage beim Gericht wird die Verjährung  gestoppt.

Verhandeln Sie mit dem Schuldner

Wenn es gelingt, mit dem Schuldner gemeinsam eine Lösung anzustreben, lässt sich die Verjährung ebenfalls verhindern (§ 203 BGB). Dafür genügt es jedoch nicht, einfach ein Mahnschreiben aufzusetzen. Die Absicht zur einvernehmlichen Schuldentilgung muss schriftlich vorliegen.

Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie sich vom Schuldner bestätigen lassen, dass sie gemeinsam an einer Lösung arbeiten und die Verjährung damit unterbrochen ist. Falls die Verhandlungen letztlich doch scheitern, wird die Verjährung frühestens nach drei Monaten fortgesetzt.

Frau mit Dokumenten am Telefon

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