Rechte bei der Urlaubsplanung: Wann darf ich meinen Urlaub buchen?

Mittwoch, 05.07.2017

Urlaub ist mehr als Spaß. Es ist die Aus-Zeit vom Berufsalltag, die zur geistigen und körperlichen Regeneration benötigt wird. Von einer gelungenen Urlaubsplanung profitieren daher alle Seiten. Der Gesetzgeber versucht, dem Rechnung zu tragen – mit flexiblen aber klaren Regelungen.

Gibt es einen Anspruch auf eine bestimmte Urlaubszeit? Nein, aus guten Gründen. Doch das Bundesurlaubsgesetz (§7 BUrlG) legt fest, dass der Urlaubsplanung des Arbeitnehmers nach Möglichkeit entsprochen werden sollte. Eine willkürliche Ablehnung würde der Intention des Gesetzes also klar widersprechen und wäre für den Arbeitgeber nicht durchsetzbar.

Welche Gründe für eine Urlaubs-Ablehnung gibt es?

Grundsätzlich kommen zwei Gründe in Betracht, warum der Arbeitgeber die Urlaubsplanung über den Haufen wirft: betriebliche Erfordernisse und soziale Gründe.

Betriebliche Erfordernisse könnten beispielsweise durch einen überraschenden Großauftrag entstehen. Hier kann der Arbeitgeber eine Urlaubssperre verhängen und im Notfall sogar den bereits genehmigten Urlaubsantrag wieder zurückziehen. Da dieser Fall nicht absehbar ist, hat er aber auch keinen Einfluss auf die Urlaubsplanung selbst. Der Arbeitgeber ist hier zur Flexibilität gezwungen.

Anders sieht das bei sozialen Gründen aus. Hier geht es um die Gerechtigkeit im Kollegenkreis, vor allem aber um die bestmögliche Befriedigung der spezifischen Bedürfnisse. Bestes Beispiel: Der Familienvater braucht Urlaub in den Sommerferien der Schulkinder, genießt hier also Vorrang – vielleicht jedoch nicht zehn Jahre in Folge.

Gehen Arbeitgeber und Arbeitnehmer frühzeitig und mit gegenseitigem Verständnis an die Urlaubsplanung heran, sind die gerechtesten Lösungen möglich. Kompromissbereitschaft hilft. So kann der eine vielleicht die lukrativen Brückentage besetzen, während der andere den Sommer genießt. Hilfreich ist auch, über das Jahr hinaus zu denken, schließlich gibt’s den „Urlaubsbasar“ auch im jeweils nächsten Jahr. 

Darf der Urlaub „am Stück“ genommen werden?          

Eine lange Urlaubsdauer ist ausdrücklich erwünscht, denn sie kommt dem Erholungseffekt zugute. Daher gilt: Urlaub muss auf Wunsch zusammenhängend gewährt werden, wobei wie so oft Ausnahmen die Regel bestätigen.

So kann es sein, dass ein Arbeitnehmer in einer bestimmten Position über mehrere Wochen nicht abkömmlich ist, ohne die Firma in Schwierigkeiten zu bringen. Hier darf der Arbeitgeber eine lange Urlaubsdauer untersagen. Mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage sind aber auch in diesem Fall zu gewähren.  

Urlaubsplanung: Vorfreude auf die Ferien

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