Urlaub nehmen in der Probezeit: Geht das?

Freitag, 10.03.2017

Eine Probezeit von sechs Monaten ist bei vielen Arbeitsverträgen keine Seltenheit mehr. Wenn dann aber etwa eine Familienfeier in diese Zeit fällt, trauen sich viele Arbeitnehmer nicht, Urlaub zu nehmen. Was ist wirklich erlaubt in der Probezeit?

Die Probezeit ist dazu da, festzustellen, ob der neue Arbeitnehmer zur Aufgabe und zum Team passt und die erforderliche Leistung erbringen kann. Sie muss immer explizit im Arbeitsvertrag formuliert sein. In der Probezeit gelten verkürzte Kündigungsfristen von zwei Wochen. Ebenfalls greift der volle Kündigungsschutz erst nach einer Dauer von sechs Monaten.

Angst vor der Kündigung

Deshalb befürchten wohl viele Arbeitnehmer, ein Urlaubsantrag in der Probezeit könnte eine Kündigung zur Folge haben. Man will schließlich nicht als faul gelten! Wahrscheinlich hält sich deshalb auch der Mythos, es sei grundsätzlich nicht möglich, in der Probezeit Urlaub zu nehmen. Das stimmt nicht.

„Urlaubsverbot“ ist ein Mythos

Pro Monat, den Sie in einem Unternehmen tätig sind, erarbeiten Sie sich einen Teil Ihres gesetzlichen Urlaubsanspruchs. Und den können Sie auch schon in der Probezeit geltend machen. Der gesetzliche Urlaubsanspruch beträgt 24 Werktage, hier sind aber auch die Samstage enthalten. Arbeiten Sie fünf Tage die Woche, beträgt Ihr Jahresurlaub also 20 Arbeitstage. Teilen Sie dies durch 12 Monate Arbeit im Jahr, kommen Sie auf einen monatlichen Urlaubsanspruch von 1,67 Tagen. Nach drei Monaten Arbeit hätten Sie also schon einen Anspruch von fünf Tagen erworben.

Trotzdem: Der Ton macht die Musik

Trotzdem sollten Sie natürlich nicht in Ihrer ersten Arbeitswoche mit der Tür ins Haus fallen, dass Sie Urlaub brauchen. Es wird sicher auch nicht gut ankommen, wenn Sie während der Probezeit gleich zwei Wochen Urlaub nehmen wollen. Sprechen Sie sich höflich mit Kollegen und Chefs ab. Falls bereits ein anderer Mitarbeiter zum gleichen Termin Urlaub nehmen möchte, wird sein Wunsch wahrscheinlich bevorzugt. Aber falls Sie einen dringenden Grund wie eine Familienfeier haben, wird Ihr Chef sicher nichts gegen ein verlängertes Wochenende haben.

Angestellte spricht mit Chefin

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