Umschulung: Dazu sind Arbeitslose verpflichtet

Dienstag, 06.06.2017

Wenn die Arbeitsagentur eine Umschulung auf einen anderen Beruf bezahlt, ergeben sich daraus für den Arbeitslosen Pflichten. Sie entsprechen im Wesentlichen denen für andere Formen der beruflichen Weiterbildung.

Sie leiden an einer Krankheit, aufgrund derer Sie Ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können? Oder Sie haben ihre Arbeit verloren, weil in Ihrer Branche massenhaft Jobs wegbrechen? Das sind übliche Gründe für eine Umschulung. Sie ist die teuerste Weiterbildungsmaßnahme, da sie am längsten dauert. Nach zwei Jahren endet eine Umschulung für Arbeitslose mit einem weiteren Berufsabschluss. Damit sollen die Chancen für eine Rückkehr ins Berufsleben stark erhöht werden.

Zu alt für eine Umschulung?

Ein Angebot zur Umschulung dürfen Arbeitslose generell nicht ablehnen, sonst riskieren sie eine befristete Sperre des Arbeitslosengeldes. Theoretisch kann ihnen bis zum Rentenalter zugemutet werden, zeitaufwendig einen neuen Beruf zu erlernen. Weiterbildungsangebote und damit auch Umschulungen wahrzunehmen, gehören zu den Mitwirkungspflichten, denen beim Antrag auf Arbeitslosengeld zugestimmt werden muss. Wenn zur Prüfung der Eignungsvoraussetzungen für den neuen Beruf zunächst eine ärztliche oder berufsphysiologische Untersuchung angeordnet wird, ist dem ebenfalls Folge zu leisten. Andernfalls droht auch deswegen eine Sperrfrist.

Was ist zumutbar?

Wie bei anderen Maßnahmen des Arbeitsamtes zur beruflichen Weiterbildung von Bewerbungs-Coaching bis SAP-Lehrgang ist eine Umschulung generell zumutbar, wenn sie für eine Tätigkeit in einem anderen als dem bisherigen Berufsfeld qualifiziert. Nach den Pflichten der Eingliederungsvereinbarung dürfen Sie Vorschläge machen, haben aber kein Recht auf Ihren Wunschjob. Als zumutbar gelten alle Tätigkeiten, in denen Sie tariflich bis zu 30 Prozent weniger als in Ihrem früheren Beruf verdienen. Der erste freie Umschulungskurs ist anzunehmen. 

Mobilitätsbereitschaft

Arbeitslose, die eine Umschulung machen, haben die Pflicht zur Ausbildung, auch an entfernteren Orten. Bis zu zweieinhalb Stunden Fahrzeit sind täglich bei mehr als sechs Stunden Unterricht zumutbar. Sogar ein angeordneter Umzug ist von Beziehern von Arbeitslosengeld zu akzeptieren. Sie erhalten dann zusätzlich Geld für Fahrtkosten, auswärtige Unterbringung  und Verpflegung sowie für die Kinderbetreuung.

Flexibilität wird bei der Umschulung von Arbeitslosen außerdem bei den Ausbildungszeiten erwartet. Die regelmäßige Teilnahme gehört zur obersten Pflicht.

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