Überhöhte Ablöse für Möbel: Das können Sie tun

Freitag, 26.05.2017

Sie sind an einer Mietwohnung interessiert, der Vormieter will aber für seine Möbel eine saftige Ablöse kassieren? Diese Möglichkeiten haben Sie, sich gegen überhöhte Forderungen zu wehren.

Wenn Sie die geforderte Ablöse für die Überlassung von Einbauküche, Rollos oder maßgefertigten Badschränke für überzogen halten, lassen Sie sich bei der Wohnungsbesichtigung vom Vormieter die Kaufbelege vorlegen. Daran können Sie zum einen den Neupreis der Einrichtungsgegenstände ablesen, zum anderen auch das Jahr der Anschaffung. Daraus ergibt sich der gesetzlich zulässige Zeitwert, den der Vormieter laut Wohnungsvermittlungsgesetz maximal vom Nachmieter verlangen darf.

Zeitwert und Gebrauchswert entscheidend

Für jedes Jahr der Nutzung sind zehn Prozent vom Neupreis abzuziehen. Einbauküchen werden nach ihrem Gebrauchswert beurteilt, der auf 15 Jahre Nutzungsdauer berechnet wird. Der Wertverlust beträgt entsprechend jährlich sieben Prozent vom Neupreis einschließlich Montagekosten.

Wenn der Vormieter mehr als 50 Prozent auf den ermittelten Zeitwert oder Gebrauchswert aufschlägt, gilt das als Wucher und die Ablöse ist juristisch unwirksam. Preis und Leistung müssen per Gesetz in einem angemessenen Verhältnis stehen. Überprüfen Sie vor Ort unbedingt auch akribisch den Erhaltungszustand und die Funktionsfähigkeit vor allem der elektrischen Geräte.

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Überhöhte Ablöse: Auch später noch rechtliche Optionen

Können Sie sich nicht auf einen angemessenen Betrag für die Ablöse einigen, müssen Sie natürlich nicht einwilligen. Der Vormieter hat kein Recht auf Zahlung einer Ablöse, Sie also auch keine Pflicht.

Falls er einen Nachmieter vorschlagen darf, haben Sie bei einer Ablehnung meist schlechte Karten, die Wohnung zu bekommen. Stimmen Sie der Überlassung von Einbauten oder einzelnen Möbeln gegen Geldzahlung zu, kommt rechtlich ein Kaufvertrag zustande. Diesen können Sie innerhalb von drei Jahren nach Abschluss noch anfechten, erst am Ende des dritten Kalenderjahres verjähren alle Ansprüche. Überhöhte Zahlungen für die Ablöse – mehr als 50 Prozent über dem Zeit- oder Gebrauchswert – können Sie also auch später noch zurückfordern.  

Protokoll anfertigen

Voraussetzung für eine erfolgreiche Beweisführung im Nachhinein ist, dass Sie die Ablösevereinbarung schriftlich treffen. Listen Sie die einzelnen Positionen auf, für die Sie einer Ablöse zustimmen, mit ihrem jeweiligen Betrag. Lassen Sie sich eine Barzahlung unbedingt quittieren.

Wenn die Vereinbarung vom Mietvertrag abgekoppelt wird, ist es einfacher, später rechtlich gegen überhöhe Ablöse vorzugehen. Oftmals wird dann zunächst über Schlichtungsstellen ein Gutachter beauftragt, der den aktuellen Wert der Möbel ermittelt.

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