TÜV abgelaufen: Diese Bußgelder drohen

Montag, 20.11.2017

Alle zwei Jahre steht sie an: die Hauptuntersuchung (HU), oft kurz TÜV genannt. Wer den Termin versäumt, muss mit einem Bußgeld, erhöhten HU-Gebühren oder einem Punkt in Flensburg rechnen. Dabei kommt es vor allem darauf an, wie lange der TÜV bereits abgelaufen war. Schnelles Handeln lohnt auch noch nach Ablauf der Frist. 

Ist Ihr Fahrzeug noch verkehrstauglich? Das klärt die HU, die von einer der zugelassenen Prüforganisationen wie TÜV und DEKRA durchgeführt wird. Schon seit 2010 gehört auch die Abgasuntersuchung zur Hauptuntersuchung, muss also nicht mehr separat absolviert werden.  

Wie erfahren Sie den TÜV-Termin?

Eine gesonderte Aufforderung ergeht für den TÜV nicht. Jeder Fahrzeughalter muss sich also rechtzeitig selbst um einen Termin kümmern.

Fällig wird der TÜV bei Neuwagen nach drei Jahren, danach im Zwei-Jahres-Rhythmus. Das gilt allerdings nur für PKW im privaten Gebrauch. Taxifahrer müssen zum Beispiel ein Mal pro Jahr zum TÜV, ebenso Busunternehmer und Mietwagenbetreiber.

Da TÜV-Termine mit so großem Vorlauf leicht in Vergessenheit geraten, zeigt der Gesetzgeber eine gewisse Kulanz. Zwei Monate Überziehung bleiben straffrei. Voll ausnutzen sollte man diese Frist dennoch nicht, schließlich geht es auch um Sicherheitserwägungen.

Wenn Sie sich wieder einmal fragen: Wann muss ich eigentlich zum TÜV, gibt das hintere Nummernschild verlässlich Auskunft. Hier befindet sich die TÜV-Plakette (HU-Plakette), in deren Mitte eine zweistellige Zahl das Jahr der Fälligkeit ausweist. Der Monat, genauer die beiden Monate, werden direkt über der Jahreszahl angezeigt. Sie sind markiert.  Alternativ können Sie den TÜV-Termin auch im Fahrzeugschein nachlesen.

Was kostet der TÜV?

Der Preis variiert leicht je nach Anbieter und Bundesland. Für Krafträder und LKWs werden zudem andere Gebühren fällig als beim Auto. Der Richtwert für private PKWs: Die Haupt- inklusive Abgasuntersuchung kostet rund 100 Euro.

Achtung: Ist der TÜV bereits länger als zwei Monate abgelaufen, müssen Sie tiefer in die Tasche greifen. In diesem Fall wird ein Aufschlag von 20 Prozent fällig.

Welche Strafen drohen bei abgelaufenem TÜV für PKWs?

Bei einer Überschreitung der Frist um mehr als zwei Monate werden folgende Verwarn- und Bußgelder erhoben. Dabei gilt: Je länger die Frist vorbei ist, desto teurer wird es:

  • zwei bis vier Monate: 15 Euro Verwarngeld
  • vier bis acht Monate: 25 Euro Bußgeld
  • mehr als acht Monate: 60 Euro Bußgeld + ein Punkt in Flensburg

Werden beim TÜV Mängel erkannt und das Fahrzeug wird nicht rechtzeitig zur Nachprüfung gebracht, wird ein Verwarngeld von 15 Euro fällig. 50 Euro Bußgeld sind es bei Fahrten mit einem Saison- oder Kurzzeitkennzeichens außerhalb des angegebenen Zeitrahmens.

Unfall ohne TÜV – Was sind die Folgen?

Wenn Sie ohne TÜV einen Unfall verschulden, kann das richtig teuer werden. Im schlechtesten Fall stehen Sie dann ohne Versicherungsschutz da und müssen selbst für die Kosten aufkommen. Die genauen Regelungen entnehmen Sie bitte Ihrer Versicherungspolice.

Hinweis: Selbst wenn der Versicherungsschutz gemäß Police auch ohne TÜV besteht, gilt dieser meist nicht, wenn sich später ein technischer Mangel als Unfallursache herausstellt, der bei der Hauptuntersuchung aufgefallen wäre. In diesem Fall kann Ihnen der Versicherer fahrlässiges Verhalten nachweisen und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Regressforderungen stellen.

Anbringen der TÜV-Plakette

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