Wenn das Auto zum Totalschaden wird: Totalschaden und Restwert nach einem Unfall

Dienstag, 14.11.2017

Ein Totalschaden ist schnell passiert – und nicht immer geht ein schlimmer Unfall voraus. So kann es genügen, wenn beim Ausparken jemand die B-Säule touchiert und das tragende Element dabei Schaden nimmt. Wie geht es dann weiter?

Generell wird zwischen einem technischen und einem wirtschaftlichen Totalschaden unterschieden. Im Falle des technischen Totalschadens ist das Auto fahruntüchtig und besitzt auch keinen Restwert. Der wirtschaftliche Totalschaden tritt ein, wenn die Reparatur schlicht nicht lohnt. Die Werkstattkosten sind in diesem Fall höher als der Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs.

Totalschaden nach einem unverschuldeten Unfall

Wer unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird, bekommt den Schaden von der Versicherung ersetzt. Für die Höhe der Zahlung gibt es feste Regeln, die auf Basis von Schadensgutachten berechnet werden. Im Regelfall gilt: Die Versicherung bezahlt den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts.

Wiederbeschaffungswert: Das ist der Wert, den Sie für den Kauf eines Wagens aufwenden müssen, der Ihrem Fahrzeug vor dem Unfall entspricht. Die Aufschläge des Händlers werden hier also mit berechnet.

Restwert: Das ist der Wert des Fahrzeugs nach dem Crash, der bei einem Verkauf erzielt werden kann.

Totalschaden: Reparatur ausgeschlossen?

Wollen Sie Ihr Auto trotz Totalschadens weiter fahren, also nach Möglichkeit reparieren lassen, bietet die Versicherung auch diese Option. Allerdings müssen dafür zwei Voraussetzungen gegeben sein:

  • Die Reparaturkosten dürfen nicht mehr als 30 Prozent über dem Wiederbeschaffungswert liegen.
  • Sie müssen das Fahrzeug nach erfolgter Reparatur mindestens für weitere sechs Monate behalten.

Im (seltenen) Fall einer gewünschten Reparatur mit Kosten über 130 Prozent müsste der Geschädigte alle Kosten selber tragen. Eine Auszahlung des Versicherungsbetrages von 130 Prozent als Anteil an den tatsächlichen Reparaturkosten ist nicht vorgesehen.

Zusätzliche Leistungen

Bei einem Totalschaden steht der Geschädigte meist unerwartet ohne Fahrzeug da und der Kauf (oder das Leasing) kostet Zeit. Die Versicherer zahlen für diesen Übergang (zeitlich begrenzt, zum Beispiel auf vier Wochen) auch die Kosten eines Mietwagens. Haben Sie weitere Kosten, zum Beispiel für die Abmeldung, Gutachten oder anwaltlichen Beistand, springt ebenfalls die Versicherung ein.

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