Tinnitus durch Kindergeschrei? So hat das SG Dortmund entschieden

Mittwoch, 21.03.2018

Arbeitsunfall oder nicht? Eine Erzieherin, die an Tinnitus litt, wollte diesen auf den besonders lauten Schrei eines Kindes zurückführen. Damit hatte sie kein Glück vor Gericht.

Ein Kinderschrei ist kein Arbeitsunfall

Kinder können laut sein. Das ist ihre Natur. Und wenn sie so richtig wütend werden, können sie so richtig laut schreien. Das erlebte eine Erzieherin, die in einem heilpädagogischen Kinderheim arbeitet, am eigenen Leib. Sie wollte sich den Schrei eines Kindes als Arbeitsunfall anerkennen lassen und die Kosten für die Heilbehandlung von der gesetzlichen Unfallkasse erstatten lassen. Begründung: Der extrem laute Schrei des Kindes habe bei ihr zu einem Tinnitus geführt und sei damit als Arbeitsunfall zu werten. Die Unfallkasse lehnte die Übernahme der Kosten mit der Begründung ab, ein Kinderschrei sei kein Arbeitsunfall. Das wollte die Erzieherin nicht hinnehmen und zog vor Gericht.

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Die Entscheidung des Gerichts

Das Sozialgericht Dortmund folgte der Ansicht der Unfallkasse (Aktenzeichen S 17 U 1041/16). Wissenschaftlich gesichert sei nur, dass sehr laute Schreie Mini-Lärmtraumata, also vorübergehende Hörminderungen verursachen können. Dauerhafte, bleibende Schäden wie ein Tinnitus können durch einen einzelnen lauten Schrei nicht entstehen. Der Kinderschrei war damit nicht Auslöser, der Tinnitus kein Arbeitsunfall und die Erzieherin blieb auf ihren Kosten sitzen.

Schreiendes Kind

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