Tierbestattung im Garten: Ist das erlaubt?

Samstag, 29.04.2017

Wenn das geliebte Haustier stirbt, wünschen sich viele Menschen für ihren tierischen Freund eine würdige letzte Ruhestätte. Werden einige Regeln beachtet, ist die Tierbestattung fast überall auch im eigenen Garten möglich. 

Haustiere bis zur Größe einer Katze dürfen in Deutschland im Garten bestattet werden. Große Ausnahme ist Bremen: Dort ist wegen des niedrigen Grundwasserspiegels generell keine Tierbestattung in der Erde erlaubt. In anderen Bundesländern sollten Halter von größeren Tieren oder Reptilien sicherheitshalber beim zuständigen Veterinäramt fragen, welche örtlichen Bestimmungen gelten. Meist genügt ein formloser Antrag auf Hausbestattung.

Allgemeine Regeln für Tierbestattung

Ist das Tier vom Tierarzt eingeschläfert worden, ist nur eine Urnenbestattung erlaubt. Damit soll eine Belastung des Grundwassers mit Narkosemitteln verhindert werden.

Wegen der Gefahr von Seuchen wird die Tierbestattung im Garten zudem untersagt, wenn eine ansteckende Krankheit zum Tod geführt hat. Infizierte Kadaver dürfen nur in einer Tierkörperbeseitigungsanlage entsorgt werden.

Unabhängig von den kommunalen Vorgaben zur Tierbestattung gilt in Deutschland die Regel, dass nur sogenannte Heimtiere und keine Nutztiere im Garten beigesetzt werden dürfen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Nutztier aus reiner Liebhaberei gehalten wurde, was zum Beispiel bei Rassetauben, Hühnern, Enten oder Minischweinen häufig der Fall ist.

Genehmigt das Veterinäramt den entsprechenden Antrag, darf seit dem 12. Februar 2017 auch das Lieblingspferd in einem Tierkrematorium eingeäschert und dann im Urnengrab im Garten beigesetzt werden. Basis dafür ist die Neuregelung des „Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetzes“, die im Juli 2016 den Bundesrat passiert hat.  

Erdbestattung mit Auflagen

Wollen Sie Ihr Haustier im Garten ohne Einäscherung begraben, gelten einige Einschränkungen: Sie dürfen nicht in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet wohnen. Der Abstand des Grabs zum Nachbargrundstück oder zu öffentlichen Wegen und Plätzen muss mindesten einen Meter betragen. Die Tierleiche ist in leicht verrottenden Materialien wie Karton oder Stoff einzuwickeln. Die Grabstelle sollte mindestens einen halben Meter dick mit Erde bedeckt werden, damit der Kadaver nicht von anderen Tieren aufgespürt und ausgegraben werden kann. 

Tiergrab

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