Sturmschäden? In diesen Fällen kommt die Versicherung nicht auf

Donnerstag, 11.01.2018

Starker Wind verursacht jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Die Versicherer ersetzten 2016 allein in Deutschland 2,5 Milliarden Euro für beschädigte Autos, Häuser und Einrichtungsgegenstände. Wer keine Versicherung hat, geht leer aus. Doch selbst mit der passenden Police gibt es Einschränkungen.

Windstärke 8 ist das wichtigste Kriterium, um einen Sturmschaden von Versicherungen ersetzt zu bekommen. Lediglich die Vollkaskoversicherung zahlt Schäden am eigenen Auto auch bei selbstverschuldeten Unfällen aufgrund von geringeren Windgeschwindigkeiten. Alle anderen Versicherungen greifen erst ab Windstärke 8 bzw. einer Mindestwindgeschwindigkeit von 62 Stundenkilometern. Ausschlaggebend sind die Messungen des Deutschen Wetterdienstes für die konkrete Region.

Sturmschäden am Haus – in diesen Fällen gibt es kein Geld von der Wohngebäudeversicherung

Eine Wohngebäudeversicherung ersetzt nur Sturmschäden am Haus, wenn diese in der Police ausdrücklich aufgenommen sind. Damit Nebengebäude versichert sind, müssen sie einzeln aufgeführt sein. Für Schäden in Folge starker Windgeschwindigkeiten wie starker Regen und Überschwemmungen zahlt nur eine Zusatzversicherung gegen Elementarschäden. Diese ist zusammen mit der Wohngebäude- oder der Hausratversicherung abzuschließen.

Sturmschäden an der Wohnungseinrichtung – wann die Hausratversicherung nicht zahlt

Wenn der Sturm die Dachziegel abdeckt und in der Folge auch das Innere des Gebäudes verwüstet wird,  kommt die Hausratversicherung nur für die Sturmschäden auf, wenn der Versicherte seine Schadensminderungspflicht erfüllt. Das bedeutet, er muss das Loch am Dach schnellstens mit einer Plane abdecken, damit beispielsweise kein weiteres Regenwasser eindringen kann.

Grundsätzlich nicht ersetzt werden Schäden, die durch eigenes Verschulden entstanden sind. Wer bei Sturm Fenster offen lässt, bekommt kein Geld von der Hausratversicherung für beschädigte Einrichtung. Auch Gegenstände, die sich außerhalb von Gebäuden befinden, sind nicht gegen Sturmschäden versichert. Das betrifft etwa Gartenmöbel, den Kinderwagen auf der Terrasse, Blumenkübel und Skulpturen. Versichert sind lediglich Markisen und Antennen.

Sturmschäden durch Bäume – hier greifen weder Haftpflicht noch Gebäudeversicherung

Knickt ein Baum aufs eigene Grundstück, zahlt die Gebäudeversicherung nur für das Zersägen und Entsorgen des Baums, wenn durch eine Zusatzklausel Bäume ebenfalls als „versicherte Sache“ vereinbart sind. Ansonsten bleibt der Eigentümer auf den Kosten sitzen.

Verursacht ein Baum vom Nachbarn Schaden an Gebäuden, muss der Nachbar nur zahlen, wenn der Baum sichtbar krank war oder fehlende Standfestigkeit zeigte. Ansonsten kommt lediglich die eigene Gebäudeversicherung für Sturmschäden ab Windstärke 8 auf, sofern sie diese einschließt. Die Privathaftpflicht greift nur, wenn durch Sturmschäden vom eigenen Grundstück, Dach oder Balkon Bäume oder Gegenstände auf fremde Personen oder Autos geweht werden. 

Sturmschäden am eigenen Auto – ohne Teilkasko keine Zahlung

Wer sein Auto oder Motorrad nur haftpflichtversichert hat, bekommt Sturmschäden nicht ersetzt. Dafür ist ab Windstärke 8 nur die Teilkaskoversicherung zuständig. Selbst verursachte Unfälle bei Sturm deckt wiederum die Vollkaskoversicherung. 

Sturmschäden durch umgestürzte Bäume

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