Streitthema Streik: Streik-Varianten und ihre Bedeutung

Mittwoch, 14.03.2018

Das Prinzip der Verhältnismäßigkeit genießt in modernen Rechtssystemen einen hohen Stellenwert. Nicht zuletzt die Waage der Justitia zeugt davon. Auch im Streikrecht findet dieses Grundprinzip Widerhall und verhindert so, dass jede Forderung im Generalstreik mündet. Wir haben uns angesehen, welche Arten von Streik es gibt.     

Im Arbeitskampf reicht das Spektrum vom Bummelstreik über den Warnstreik bis hin zum Flächenstreik oder Generalstreik. Wählt man den Bezugsrahmen noch breiter, kommen noch viele weitere Streiks hinzu: Hungerstreik, Sitzstreik oder Sexstreik wären nur drei Beispiele. Dabei gilt: alles zu seiner Zeit und, wie erwähnt, bitte die Verhältnismäßigkeit wahren.

Streik-Arten im Überblick

Generalstreik: Es ist die drastischste Form des Streiks und damit geeignet, die Volkswirtschaft eines Landes temporär lahmzulegen. Beim Generalstreik legen die Arbeiter eines Landes oder zumindest einer ganzen Region die Arbeit nieder. Aufgrund seiner Auswirkungen ist der Generalstreik in Deutschland nur zulässig, wenn das Grundgesetz selbst in Gefahr gerät.

Vollstreik (Flächenstreik): Betroffen ist in diesem Fall ein ganzer Wirtschaftszweig, in dem die Arbeiter von ihrem Streikrecht Gebrauch machen. Die Gewerkschaften können mit dieser Streikform, nach gescheiterten Verhandlungen, massiven Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Eine Voraussetzung ist jedoch eine prall gefüllt Streikkasse.

Teilstreik (Schwerpunktstreik): Mit der Arbeitsniederlegung in bestimmten Bereichen kann die Gewerkschaft ihre Forderungen wirkungsvoll untermauern. Am Ausstand werden nur relativ wenige Arbeiter beteiligt, dies aber häufig in besonders sensiblen Positionen. Gerade bei Warnstreiks ist der Teilstreik ein probates Mittel zur Durchsetzung der Arbeitnehmer-Interessen. Der Warnstreik ist auch ohne Urabstimmung legitim.

Bummelstreik / Dienst nach Vorschrift: Eine übergenaue Wahrnehmung der Tätigkeit führt zu einer langen Dauer, womit immer mehr Aufgaben unerledigt bleiben.  

Wilder Streik: Die Arbeitsniederlegung erfolgt hier oft spontan, ohne gewerkschaftliche Organisation. Rechtlich ist der wilde Streik nicht zulässig, da keine tariffähige Partei auf der Seite der Streikenden involviert ist. Kündigungen können die Folge sein.

Weitere Formen des Streiks

Viele weitere Streiks erhalten ihren Namen über die Beteiligten, zum Beispiel beim Studentenstreik (Boykott von Lehrveranstaltungen) oder beim Verbraucherstreik (Boykott bestimmter Waren oder Hersteller). Schließlich wird auch als Streik bezeichnet, wenn bestimmte Handlungen verweigert werden. Wichtigstes Beispiel ist hier der Hungerstreik, bei dem beispielsweise Häftlinge die Nahrungsaufnahme verweigern. Auch der Begriff Sexstreik ist durchaus gebräuchlich. Beispiele aus Kolumbien („Streik der gekreuzten Beine“) oder Togo zeigen, dass Frauen mit Sex-Entzug in der Lage waren, politische und gesellschaftliche Ziele durchzusetzen.  

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