Streik in der Firma: Muss ich am Streik teilnehmen?

Donnerstag, 08.03.2018

Das Recht auf Streik ist im deutschen Grundgesetz verankert, eine Pflicht jedoch nicht. Es steht jedem Arbeitnehmer frei, ob Gewerkschaftsmitglied oder nicht, trotz Streik seiner Arbeit nachzugehen. Der Arbeitgeber kann auf den Streik allerdings mit Aussperrung reagieren. Dann bleibt der Betrieb auch jenen verschlossen, die arbeiten wollten.

Will ein Arbeitnehmer nicht am Streik teilnehmen, können ihm dadurch Nachteile bei der Gewerkschaft entstehen, nicht jedoch im Arbeitsleben selbst. Ebenso dürfen keine arbeitsrechtlichen Maßnahmen gegen Arbeitnehmer verhängt werden, die sich einem offiziellen Streik anschließen.

Wenn Gewerkschaftsmitglieder den Streik verweigern

Trotz erfolgreicher Urabstimmung kann es sein, dass einzelne Gewerkschaftsmitglieder nicht am Streik teilnehmen wollen. Das ist ihr gutes Recht und sie würden in diesem Fall keine finanzielle Unterstützung aus der Streikkasse erhalten (bei Aussperrungen eventuell doch).

Es kann jedoch sein, dass die Satzung der Gewerkschaft Sanktionen gegen Streikbrecher vorsieht. So heißt es bei „ver.di“ zum Beispiel: "Ein Mitglied kann ausgeschlossen werden, wenn es gegen Bestimmungen dieser Satzung verstößt oder sich gewerkschaftsschädigend verhält. Streikbruch rechtfertigt grundsätzlich den Ausschluss des Mitgliedes.“  

Regelungen bei nicht organisierten Arbeitnehmern

Arbeitnehmer, die nicht Mitglied der Gewerkschaft sind, werden nicht zum Streik aufgerufen. Da das Grundgesetz das Mittel des Streiks ausdrücklich legitimiert, können sie sich dem Streik aber anschließen. Geld gibt es in diesem Fall leider weder vom Arbeitgeber noch aus der Streikkasse.

Regelungen bei Leiharbeitern

Leiharbeiter dürfen nicht als Streikbrecher eingesetzt werden. Dem Entleiher ist es damit untersagt, Arbeiter in einen bestreikten Betrieb zu entsenden. Das besagt das Arbeitsüberlassungsgesetz. Ausnahmen sind allerdings gestattet. So dürfte ein Leiharbeiter seine bereits zuvor begonnene Tätigkeit im Betrieb trotz Streik fortsetzen. 

Regelungen bei Auszubildenden und Praktikanten

Azubis und Praktikanten dürfen streiken, werden in der Praxis aber regelmäßig vom Streik ausgenommen, um das Erreichen der Lernziele nicht zu gefährden. Ihr Streikrecht basiert darauf, dass sie einer tarifvertraglich geregelten Tätigkeit nachgehen. Zum Streik gezwungen werden können sie nicht.

Hinweis: Nie am Streik teilnehmen müssen übrigens Beamte. Als treue Staatsdiener besitzen sie diverse Vorteile bei der Entlohnung und sozialen Absicherung, aber kein Streikrecht.

Streikende

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