Steuerhinterziehung: Das sind die Strafen

Dienstag, 29.08.2017

Steuerhinterziehung gilt in Deutschland als Straftat. Steuersünder müssen mit hohen Geldstrafen und bis zu zehn Jahren Freiheitsentzug rechnen. 

Für den Strafbestand der Steuerhinterziehung ist die Höhe des hinterzogenen Betrags entscheidend. Je höher die Steuerhinterziehung, desto höher die Strafe. Freiheitsentzug droht bereits ab einer Summe von 50.000 Euro.

Ab wann handelt es sich um Steuerhinterziehung?

Als Steuerhinterziehung gelten vorsätzlich falsch oder lückenhaft gemachte Angaben, um  steuerliche Vorteile zu erreichen. Der Steuerbetrug durch Unterlassung zählt mit zur Straftat. Dabei ist bereits der Versuch strafbar und kann geahndet werden, ebenso wie die Beihilfe zur Steuerhinterziehung

Eine Ausnahme ist nur möglich, wenn Steuern leichtfertig ohne Vorsatz hinterzogen werden. Dann dürfen die Behörden den Fall auch als Ordnungswidrigkeit werten.     

Strafe abhängig von Steuerschuld

Wer Steuern im großen Stil hinterzieht, findet vor dem Fiskus keinerlei Gnade. Bei Steuerhinterziehung in Millionenhöhe kommt niemand an einer Freiheitsstrafe vorbei. Es gibt keine Möglichkeit, die Strafe zur Bewährung auszusetzen.

Bereits bei Steuerhinterziehung jenseits von 100.000 Euro drohen fünf Jahre Gefängnis, in schweren Fällen bis zu zehn Jahre. Hier ist allerdings eine Bewährungsstrafe erlaubt.

Unterhalb der 100.000-Euro-Marke gibt es die Möglichkeit, sich „freizukaufen“. Dabei handelt es sich jedoch um eine teure Lösung, da sich zur fälligen Steuernachzahlung Hinterziehungszinsen und weitere Gebühren (Zusatzleistung 5 Prozent) addieren.  

Verjährungsfrist bei Steuerhinterziehung

Steuersünden verjähren nach zehn Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt allerdings erst mit dem Ende der Straftat. Wird beispielsweise die Steuererklärung verspätetet abgegeben und erfüllt dann den Strafbestand der Steuerhinterziehung, verlängert sich der Zeitraum entsprechend.

Straffreiheit durch Selbstanzeige

Wer durch eine Selbstanzeige Straffreiheit erreichen will, muss die Bedingungen dafür erfüllen. Als wichtigste Voraussetzung gilt, dass die Angaben vollständig sind. Werden später neue Steuerdelikte bekannt, gilt die Selbstanzeige als hinfällig. Außerdem ist sie nur möglich, wenn noch keine Ermittlungen gegen Sie eingeleitet wurden. Wenn die Steuerfahndung bereits vor der Tür steht, ist es für eine Selbstanzeige zu spät. Das Gleiche gilt bei einer bereits erteilten Prüfungsanordnung der Finanzbehörde.

Grenzen für Straffreiheit

Seit dem Jahr 2015 wird Straffreiheit maximal bis zu einem Höchstbetrag von 25.000 Euro gewährt. Bei höheren Beträgen werden vom Finanzamt Zuschläge gefordert. Bei Millionenbeträgen sind zusätzlich 20 Prozent fällig. Bei Selbstanzeigen zur Steuerhinterziehung in Höhe von mehr als 100.000 Euro verlangt der Fiskus 15 Prozent an Zuschlägen, bis 100.000 Euro zehn Prozent.

Milliardenausfälle durch Steuerbetrug und Steuerflucht

Steuerhinterziehung in Deutschland kostet den Staat trotz hoher Strafen jährlich einen zweistelligen Milliardenbetrag. Schätzungen zufolge betragen die Ausfälle rund 65 Milliarden Euro. Werden die Möglichkeiten der Steuervermeidung durch Steuerflucht hinzugezählt, dürfte dieser Betrag sogar mehr als doppelt so hoch sein. 

Mann im Hemd am Fenster

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