Sorgfaltspflicht: So ist sie geregelt

Mittwoch, 26.07.2017

Eine Sorgfaltspflicht besteht in fast allen Lebensbereichen, beruflich und privat. Ziel ist es dabei immer, das eigene Handeln so auszurichten, dass Dritten kein Schaden entsteht. 

Bei einigen Jobs zählt die Sorgfaltspflicht unmittelbar zum Berufsbild. Zu nennen sind Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte und Journalisten sowie zahlreiche unternehmerische Tätigkeiten. So hat zum Beispiel der Arbeitgeber eine Sorgfaltspflicht gegenüber seinen Angestellten, ebenso wie der Vorstand und Aufsichtsrat gegenüber den Aktionären. Der GmbH-Geschäftsführer ist zum sorgfältigen Umgang mit dem ihm anvertrauten Unternehmen verpflichtet. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, kann er haftbar gemacht werden. 

Sorgfaltspflicht in allen Bereichen

Da es letztlich immer darum geht, ein gewisses Maß an Verantwortung zu übernehmen, durchdringt die Sorgfaltspflicht alle Lebensbereiche. Denn dreht man die Sache mal um, wird klar: Sorglosigkeit in Beruf und Freizeit würde das hohe Risiko bergen, andere Menschen dauerhaft zu schädigen oder zu  verletzen.

Im Verkehrsrecht wird schon in §1 StVO das Prinzip der „ständigen Vorsicht und gegenseitigen Rücksichtnahme“ festgeschrieben. Die Präzisierung erfolgt dann über die besondere Sorgfaltspflicht. Biegen Sie zum Beispiel von einer Neben- auf eine Hauptstraße ein, ist die Beachtung des fließenden Verkehrs nicht reine Freundlichkeit. Es ist Ihre Sorgfaltspflicht.

Das gilt übrigens auch für den Skifahrer auf der Piste oder den Hundehalter mit seinem Pitbull. Schreibt ein Journalist über die Verfehlungen einer anderen Person, muss er ihr die Möglichkeit einräumen, sich selbst zu äußern. Beispiele ließen sich in allen Bereichen finden.   

Wer die Sorgfaltspflicht verletzt, muss mit Strafe rechnen    

Immer dann, wenn der Schaden für einen selber oder andere besonders groß oder irreversibel wäre, wird auch der Sorgfaltspflicht eine besondere Bedeutung beigemessen. Diese Pflicht zur Sorgfalt ist dann in ethischen Grundsätzen, Regeln und Gesetzen verankert.

Wer gegen die Sorgfaltspflicht verstößt, handelt fahrlässig. Entsteht ein Schaden, bleiben Strafen nicht aus, die bis zum mehrjährigen Freiheitsentzug reichen können. Daran ändert auch nichts, dass kein Vorsatz bestand.  

Kleiner Junge wird abgehört

Weitere Artikel

Kommentare