So soll Verbrauchern bei Ping-Anrufen geholfen werden

Freitag, 26.01.2018

Sogenannte Ping-Anrufe sind mehr als ein Ärgernis. Für viele Betroffene werden Sie zur Kostenfalle. Das Prinzip dabei: Im Handy-Display erscheint kurz eine regional wirkende Rufnummer, die bei Rückruf zu einer extrem teuren Auslandsverbindung führt. Die Bundesnetzagentur versucht, dem unlauteren Treiben Einhalt zu gebieten:

Seit 15. Januar sind die Mobilfunkanbieter verpflichtet, bei bestimmten internationalen Vorwahlen eine kostenlose Preisansage vorzuschalten. So hat der getäuschte Anrufer die Möglichkeit, das Gespräch zu beenden, bevor Kosten anfallen. Ohne diesen Schutz könnten diese bei mehreren Euro pro Gesprächsminute liegen.

„Wir schieben den Ping Anrufen einen Riegel vor“

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, erklärte im Dezember in einer offiziellen Verlautbarung: „Mit der von uns angeordneten Preisansagepflicht machen wir das rechtswidrige Geschäftsmodell der Täter wirtschaftlich unattraktiv und schaffen Transparenz für den Verbraucher." Homann weiter: „Wir schützen Mobilfunkkunden vor den Folgen telefonischer Belästigung und schieben den Ping Anrufen einen Riegel vor."

Zuvor hatte die Agentur bereits versucht, mit Nummern-Abschaltungen gegen die Abzocke vorzugehen. Allein im zweiten Halbjahr 2017 wurden rund 52.000 Rufnummern gesperrt. Basis dabei waren zahlreiche Meldungen geprellter Verbraucher. Allein für den Oktober 2017 wird die Zahl der Beschwerden auf 30.000 beziffert. Die Liste der gesperrten Nummern dient als Warnung und kann bei der Bundesnetzagentur abgerufen werden.

Welche Ländervorwahlen sind betroffen?

Das Prinzip der Ping-Anrufe basiert auf einer Ähnlichkeit von internationalen und regionalen Vorwahlen. Sieht der Angerufene im Display die entsprechende Nummer und ruft kurz zurück, erreicht er eine Bandansage, ein Gewinnspiel oder wird mit einer Geräuschkulisse hingehalten. Dabei tickt der Euro-Zähler. Folgende Ländervorwahlen sind derzeit betroffen:

  • Burundi (00257)
  • Tschad (00235)
  • Serbien (00381)
  • Seychellen (00248
  • Tunesien (00216)
  • Elfenbeinküste (00225)
  • Guinea (00224)
  • Sudan (00249)
  • Marokko (00212)
  • Tansania (00255)
  • Benin (00229)
  • Mali (00223)
  • Uganda (00256)
  • Madagaskar (00261)
  • Albanien (00355)
  • Bosnien-Herzegowina (00387)
  • Somalia (00252)
  • Liberia (00231)
  • Malediven (00960)
  • Jemen (00967)
  • Mazedonien (00389)
  • Sierra Leone (00232)
  • Global Mobile Satellite System (00881)

Wer keine Bekannte in den Ländern hat, sollte auf Rückruf verzichten und den Betrugsversuch der Bundesnetzagentur melden. Dafür steht ein Online-Formular zur Verfügung.

Mann erstaunt mit Handy

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