So können Sie Umzugskosten geltend machen

Dienstag, 25.04.2017

Ein Umzug macht nicht nur Arbeit, er belastet auch die Haushaltskasse. Doch einen Teil der Umzugskosten können Sie sich vom Staat zurückholen. Wer auf Hartz IV angewiesen ist, hat unter Umständen Anspruch auf eine Kostenübernahme durch das Jobcenter.

Wie hoch die staatliche Beteiligung an Ihrem Umzug ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Anlass, Ihrem Einkommen und der Lebenssituation. In allen Fällen gilt: Nur wer die Rechtslage kennt und Belege aufbewahrt, kann seine Ansprüche erfolgreich geltend machen.

Erstattungen der Umzugskosten über die Steuer  

Eine Steuererstattung ist grundsätzlich möglich, sowohl bei privaten als auch bei beruflich bedingten Umzügen. Der berufsbedingte Wechsel führt jedoch meist zu höheren Erstattungen, so die Kosten nicht ohnehin vom Arbeitgeber übernommen werden.

Umzugskosten: Erstattung bei berufsbedingtem Umzug

Als berufsbedingt gilt ein Umzug zum Beispiel, wenn Sie den Arbeitsplatz wechseln oder sich Ihre Fahrzeit zum Arbeitsort erheblich verkürzt. Auch eine Beendigung der doppelten Haushaltsführung wird akzeptiert. Die Kosten für einen berufsbedingten Umzug werden in Ihrer Steuererklärung über die Werbungskosten geltend gemacht.

Zu den Kosten zählen neben dem Transport zum Beispiel auch doppelte Mietzahlungen (bis zu sechs Monaten), Maklergebühren für die neue Mietwohnung und Kosten für die Wohnungsbesichtigung (30 Cent pro Kilometer). Wer keine Spedition beauftragt, kann nachgewiesene Zahlungen an private Helfer ebenfalls von der Steuer absetzen. Zusätzlich kann eine Umzugskostenpauschale (derzeit gut 1.500 Euro) angesetzt werden, die weitere Kosten ohne Einzelnachweise abdeckt.  

Umzugskosten: Erstattung bei privatem Umzug

Der private Umzug zählt zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Maximal 4.000 Euro lassen sich darüber absetzen, die maximal 20 Prozent der tatsächlichen Ausgaben entsprechen dürfen. Zu diesen Leistungen zählt zum Beispiel der Transport, nicht aber erworbenes Material für Reparaturen.

Hartz IV – so können Sie sich den Umzug leisten 

Die Gretchenfrage für eine Kostenübernahme des Jobcenters lautet: Ist der Umzug notwendig? Das ist vor allem dann der Fall, wenn an einem anderen Ort ein neuer Job wartet. Aber auch private Veränderungen wie eine Scheidung oder Familienzuwachs werden als Gründe akzeptiert.

Ist die Übernahme der Umzugskosten genehmigt, sollten Sie dem Jobcenter Kostenvoranschläge übermitteln. Ordnet das Jobcenter den Umzug selbst an, trägt es auch die Kosten. 

Umzugskosten absetzen

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