So können Sie den Babysitter von der Steuer absetzen

Montag, 22.05.2017

Bar auf die Hand zu zahlen ist bei Babysittern durchaus üblich. Für alle Eltern, die diese Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen wollen, hat das jedoch Nachteile. Wir erklären, wie Sie den Staat maximal an Ausgaben für den Babysitter Ihrer Kinder beteiligen. 

Während die Betreuungsgebühren für Kinderkrippe, Kindergarten und Hort völlig problemlos vom Finanzamt anerkannt werden, tun sich viele Eltern mit dem Abzug der Baybsitter-Kosten als Kinderbetreuungskosten schwer. Dabei lassen sich laut Einkommenssteuergesetz (EstG) seit 2012 alle Betreuungskosten für die eigenen Kinder bis zum Alter von 14 Uhr von der Steuer absetzen, also auch Tagesmutter, Kinderfrau, Au-pair und Babysitter. Im Gegensatz zu früher ist dabei auch nicht mehr erforderlich, dass die Ausgaben aus beruflichen Gründen entstehen.

Steuerlast mindern: Sonderausgaben und haushaltsnahe Dienstleistungen

Wie die Haushaltshilfe zählt auch die Kinderbetreuung daheim seit 2012 zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, die von der Steuer abgesetzt werden können. 20 Prozent der tatsächlich anfallenden Kosten sind geltend zu machen, maximal jedoch 4.000 Euro im Jahr. Die maximale Steuerersparnis wird bei den haushaltseigenen Dienstleistungen folgerichtig bei 20.000 Euro erreicht, inklusive Kinderbetreuungskosten.

Alternativ lässt sich die heimische Betreuung aber auch als Sonderausgabe abrechnen. Das macht vor allem dann Sinn, wenn mit den Kosten für Kita, Kinderkrippe oder Hort die Höchstgrenze noch nicht ausgeschöpft ist. Sie liegt bei 4.000 Euro pro Kind im Jahr, wobei hier zwei Drittel der realen Kosten geltend gemacht werden dürfen. Die maximale Ersparnis ist somit bei Kosten von 6.000 Euro pro Kind erreicht.

Nachweispflicht gegenüber Finanzamt ernst nehmen   

Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie für alle Zahlungen eine Rechnung vorweisen können, einen Arbeitsvertrag (zum Beispielmit Ihrem Babysitter) geschlossen haben und Barzahlungen vermeiden.

Wenn die Nachweispflicht eingehalten wird, können Sie auch Bekannte und Verwandte, sogar Oma und Opa als Babysitter von der Steuer absetzen. Selbst wenn diese unentgeltlich auf Ihre Kinder aufpassen, können Sie anbieten, wenigstens die Fahrtkosten zu ersetzen. Denn auch diese lassen sich mit den nötigen Nachweisen als Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen. 30 Cent je gefahrener Kilometer werden dabei als angemessener Satz erachtet.

Voraussetzung, um nahe Familienangehörige als Babysitter von der Steuer absetzen zu können, ist allerdings, dass diese nicht mit Ihnen im gleichen Haushalt wohnen. 

Rechnung oder Betreuungsvertrag

Eine handgeschriebene Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrem Babysitter über den Stundenlohn ist zusammen mit der Überweisung des Honorars ausreichend. Bei einer Betreuung durch eine Tagesmutter, Kinderfrau oder ein Au-pair, die regelmäßig auf Ihre Kinder aufpassen, legen Sie entsprechend den Umfang der Betreuung und die monatliche Entlohnung schriftlich fest und unterschreiben beide den Vertrag. Fertig.

Beim Au-pair können Sie übrigens auch dessen Taschengeld von der Steuer absetzen. Voraussetzung auch hier: eine Überweisung.  

Wie Sie die Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen

Bei der jährlichen Einkommenssteuererklärung tragen Sie die Betreuungskosten für jedes Ihrer Kinder in der„Anlage Kind“ ein. Als Nachweise fügen Sie die Rechnungen oder den Arbeitsvertrag zusammen mit den Kontoauszügen für die getätigten Überweisungen bei.

Steuerlich getrennt veranlagte Eltern erhalten jeweils den halben Höchstsatz, gemeinsam veranlagte Eltern können den Maximalbetrag beliebig aufteilen. Leben Mutter und Vater getrennt, ist entscheidend, wer das Kindergeld erhält. Demjenigen Elternteil stehen dann die vollen Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben zu.  

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