So können Sie aktiv Steuern sparen

Donnerstag, 02.11.2017

Die Höhe der Steuern hängt an den Einnahmen und Ausgaben im Abrechnungsjahr und an der persönlichen Lebenssituation. Auf alle drei Dinge können Sie aktiv Einfluss nehmen, um Steuern zu sparen. Das lohnt fast immer und der Aufwand ist gering.

Gerade mit dem nahenden Jahresende stellt sich die Frage: Sind die möglichen Freibeträge bereits ausgenutzt? Wenn nicht, lässt sich vielleicht der eine oder andere Kauf noch im alten Kalenderjahr tätigen oder über beauftragte Arbeiten in der Wohnung neuer Glanz in die Vorweihnachtszeit bringen. Unsere Tipps, um aktiv Steuern zu sparen:

Späte Reparaturen und Verschönerungen

Immerhin 20 Prozent der Lohnkosten für Reparaturen lassen sich von der Steuer absetzen, auch für Mieter. Gedeckelt ist dieser Betrag bei 1.200 Euro. Anders gesagt: Haben Sie bisher in diesem Jahr weniger als 6.000 Euro investiert, kann der schnelle Ruf nach dem Handwerker noch Steuer-Euros sparen.

Tipp: Für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Putzarbeiten oder die Gartenpflege gilt das in adäquater Form. Die Obergrenze fällt mit 4.000 Euro aber noch freundlicher aus.

Steuern auf Mieteinnahmen

Es klingt trickreich und das ist es auch – aber ebenso legal: Eltern, die eine Wohnung vermieten, können diese zum Nießbrauch als Ersatz für den Barunterhalt auch dem eigenen Sprössling überlassen. Der wiederum übernimmt dann die Vermietung und generiert so eigene Einnahmen. Das Ergebnis: Die Einnahmen entfallen bei den Eltern, die meist viel besser verdienen als das Kind in der Ausbildung. Das wirkt steuersenkend.

Aus- und Weiterbildung

Die Aus- und Weiterbildung ist beim Steuersparen immer ein gutes Stichwort, denn hier wird viel Geld verschenkt. Was viele nicht wissen: Die Kosten lassen sich auch rückwirkend absetzen, und das für stolze sieben Jahre. Wer also erst büffelt und dann den Traumjob erhält, kann sich doppelt belohnen, indem er die Ausbildung bei den Werbungskosten (Anlage N) gelten macht. So erleichtern die Kosten für die Studentenbude noch Jahre später den Berufseinstieg.  

Umzug

Bei einem berufsbedingten Umzug ist fast allen Steuerzahlern klar: Hier warten steuerliche Erleichterungen. Weniger bekannt ist, dass der Umzug gar nicht berufsbedingt erfolgen muss. Denn liegt die neue Bleibe einfach dichter an der Arbeitsstelle, zählt allein dieser Tatbestand, um die Umzugskosten abzusetzen.

Tipp: Wer tatsächlich jobbedingt in eine andere Stadt muss, seinen Lebensmittelpunkt aber beim Partner "daheim" behält, kann Mehraufwand (24 Euro am Tag für drei Monate) geltend machen. Hinzu kommen entweder die Kosten für die doppelte Haushaltsführung oder die gefahrenen Kilometer (30 Cent/km). Da kommt einiges zusammen.

Vorfristig zahlen

Gerade wenn es in einem Jahr – zum Beispiel aufgrund von Bonuszahlungen – besonders gut gelaufen ist, lassen sich mit vorgezogenen Krankenversicherungsbeiträgen hohe Kosten im laufenden Jahr erzeugen: Freiwillig gesetzlich Versicherte oder Privatversicherte überweisen die Monatsbeiträge (bis zu 30) einfach im Voraus, so fallen die Kosten ins laufende Jahr und wirken steuersenkend. In den Folgejahren muss man sich dann allerdings etwas anderes einfallen lassen.

Mit dem Arbeitgeber reden

Fließt das Gehalt nicht direkt aufs Konto, sondern zum Beispiel in die betriebliche Altersvorsorge, herrscht Steuerfreiheit – für bis zu 500 Euro im Jahr. Auch das Handy, das privat genutzt werden darf, ist (anders als der Dienstwagen) nicht mit einem geldwerten Vorteil belegt. Auch hier können Sie Euro für Euro gutmachen.

Junge Frau beim Rechnen

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