So funktioniert der Ausstieg aus der Lebensversicherung

Dienstag, 20.03.2018

Eine Lebensversicherung läuft über Jahrzehnte. Viele Versicherte geraten in dieser Zeit in die Situation, dass sie die vereinbarten Beiträge nicht mehr bezahlen wollen oder können. Der Ausstieg aus der Lebensversicherung ist jedoch fast immer ein Verlustgeschäft und will daher gut überlegt sein. Meist gibt es günstigere Wege als die Kündigung.

Wichtig für die Ausstiegs-Entscheidung ist zunächst die Frage, ob es Ihnen um ein Ende der Beitragszahlung geht oder ob der bereits angesparte Betrag benötigt wird. Manche Versicherungen, zum Beispiel die Rürup-Rentenversicherung oder viele Direktversicherungen können zudem nur schwer oder gar nicht gekündigt werden.

Die monatlichen Beiträge sind Ihnen zu hoch

Wenn Sie die monatlichen Beiträge sparen wollen, können Sie die Versicherung beitragsfrei stellen (auch Rürup). Das hat zugleich den Vorteil, dass die Wiederaufnahme der Zahlungen möglich ist. Allerdings ruhen in der beitragsfreien Phase auch die Leistungen.

 Als „Zwischenlösung“ ist zu erwägen, eine Beitragssenkung zu vereinbaren, was mit einer niedrigeren Versicherungssumme oder der Streichung bestimmter Zusatzleistungen einhergeht. Erhöhen sich Ihre Beiträge dynamisch, lasst sich die regelmäßige prozentuale Erhöhung ausschließen. Damit bleibt der Beitrag zumindest stabil.

Ist absehbar, dass sich die finanzielle Situation wieder bessert, kann mit vielen Versicherern eine Stundung vereinbart werden. Inklusivleistungen wie der Schutz vor Berufsunfähigkeit bleiben so auch in der Stundungsphase erhalten. Alle gestundeten Beiträge müssen später (zum Beispiel nach einem Jahr) jedoch nachgezahlt werden.

Sie benötigen den bereits angesparten Betrag

Die Alternative zur Kündigung besteht in einem Verkauf. Der Ankäufer der Police erwirbt damit die Rechte an der späteren Auszahlung, schüttet im Gegenzug aber gleich Geld an Sie aus. Üblicherweise liegt der Verkaufsbetrag um bis zu fünf Prozent über dem Rückkaufswert, den die Versicherung zahlen würde. Viele Einkäufer stellen allerdings Bedingungen, zum Beispiel einen bereits erreichten Rückkaufswert über 10.000 Euro. Fondgebundene Lebensversicherungen sind schwieriger zu veräußern.     

Die besondere Chance der Rückabwicklung

Ein Fehler im Widerrufsrecht führt dazu, dass sich viele Lebens- und Rentenversicherungen, die zwischen Juli 1994 und Ende 2007 abgeschlossen wurden, rückabwickeln lassen. Damit erhalten Sie bei einem Rücktritt die eingezahlten Beiträge verzinst zurück. Trotz Abzug einiger Kosten liegt die Ausschüttung damit fast immer über dem Rückkaufswert. Laut BGH-Urteil gilt dieses Recht ungeachtet der üblichen Fristen dauerhaft weiter.

Mann wirft Lebensversicherung weg

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