Schadensersatz nach Konzerten: Ihre Chancen auf eine Rückerstattung

Montag, 20.11.2017

Marius Müller-Westernhagen darf auf ärztliches Anraten nicht auf die Bühne, Lady Gaga zwingen starke Schmerzen ins Krankenhaus. Auch Shakira kann ihre Europatournee aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten. Konzert-Absagen sind leider keine Seltenheit. Die Enttäuschung ist dann groß – aber gibt es zumindest Schadenersatz für das Konzert?

Neben krankheitsbedingten Absagen können Konzerte aufgrund von Wetterkapriolen entfallen beziehungsweise abgebrochen werden. Gerade bei Open Air Festivals ist das Risiko hoch. Immer häufiger spielen auch aktuelle Sicherheitsbedenken eine Rolle und führen zum Aus für die eben noch fest geplante Veranstaltung. Die Gründe für die Absage haben dabei auch Einfluss auf eine mögliche Erstattung oder Teilerstattung. 

Das Konzert wird vom Veranstalter abgesagt

Muss ein Konzert noch vor Beginn abgesagt werden, haben Sie ein Recht auf Erstattung des vollen Kaufpreises. Dabei spielen die Gründe für die Absage keine Rolle. Es ist also egal, ob der Künstler erkrankt oder das Gelände unbenutzbar ist. Wenden Sie sich in diesem Fall an die Vorverkaufsstelle oder direkt an den Veranstalter.

Schadensersatz nach Konzerten: Das Konzert wird verschoben

Muss das Konzert auf einen anderen Termin verschoben werden, behalten die Tickets ihre Gültigkeit. Sie haben aber die Wahl zwischen einer Erstattung und dem Besuch der späteren Veranstaltung. Schließlich kann nicht davon ausgegangen werden, dass Sie auch den neuen Termin wahrnehmen können.

Handelt es sich um eine Ortsverlegung, ist die Entfernung zwischen dem neuen und alten Veranstaltungsort entscheidend. Findet das Konzert zum Beispiel in derselben Stadt, nun aber ganz im Süden statt im Norden statt, gilt das gemeinhin als zumutbar. Müssten Sie dagegen eine Reise in die 100 km entfernte Metropole auf sich nehmen, folgt aus der Ortsverlagerung zugleich ein Recht auf Erstattung.

Das Konzert wird abgebrochen 

Bei einem Veranstaltungsabbruch ist letztlich maßgeblich, welcher Teil der „Leistung“ bereits erbracht wurde. Muss zum Beispiel ein viertägiges Festival nach einem Tag abgebrochen werden, stehen Ihnen 75 Prozent Erstattung zu.

Ähnliche Ansprüche können enttäuschte Konzertbesucher auch geltend machen, wenn der Künstler nach schon nach wenigen Minuten die Bühne verlässt und entschwindet.

Bei einem Abbruch ist es nach Angaben der Verbraucherzentralen meist der beste Weg, sich mit den Forderungen direkt an den Veranstalter zu wenden. Das gilt vor allem in Fällen, in denen die Schuld für den Abbruch beim Veranstalter liegt (also nicht in höherer Gewalt), denn hier können Sie auch weitere Kosten geltend machen, zum Beispiel für das Hotel.

Der Künstler wird ersetzt

Entschließt sich der Veranstalter, ein Konzert mit einem geänderten Programm zu starten, hängen Ihre Ansprüche am Maß der Änderung. Wird ein anderer Background-Chor für den Abend gebucht, ist es sicherlich schwer eine Erstattung zu erzielen. Bei einem anderen Solokünstler ist der Anspruch dagegen berechtigt. 

An wen können Sie sich wenden, um Schadenersatz für das Konzert geltend zu machen?

Erster Ansprechpartner ist der Ticketverkäufer. Er wird in den meisten Fällen vom Veranstalter autorisiert, auch die Rückabwicklung des Verkaufs zu übernehmen. Blitzen Sie hier mit Ihrem Begehren ab, ist der Veranstalter selbst gefragt. In den meisten Fällen ist er auch Ihr Vertragspartner, was gerade bei Rechtsstreitigkeiten von Belang sein kann.

Danach wenden Sie sich am besten an den Verbraucherschutz, zum Beispiel das Europäische Verbraucherzentrum. Hier wird man sich für eine außergerichtliche Lösung einsetzen.

Fans auf einem Konzert

Weitere Artikel

Kommentare