Renovierungsfalle Altbau: Diese 5 Schäden können teuer werden

Samstag, 27.01.2018

Altbauten haben ihren eigenen Charme. Wer schlendert nicht lieber durch die Altstadt von Potsdam als durch die Großsiedlung von Berlin-Marzahn? Für Bewohner und Besitzer eines Altbaus stellt sich das gelegentlich anders dar: Steht eine Renovierung an, braucht es gute Nerven und leider auch ein dickes Bankkonto – gerade bei größeren „Renovierungsfallen“.

Prof. Großhans vom Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen rät im „Focus“, jedes Jahr sieben bis acht Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zurückzulegen, um auf die wachsenden Instandhaltungskosten vorbereitet zu sein. Bei einem 200 m2 großen Altbau wären das also rund 1.500 Euro im Jahr. Dabei geht Großhans allerdings davon aus, dass es eine gewisse Ansparphase gibt, ein bis zwei Jahrzehnte, in denen keine großen Arbeiten anfallen. Rechnerisch stünden danach also 15.000 bis 30.000 Euro zur Verfügung, was bei den folgenden Themen wohl nur das Eigenkapital des Kredits bedeuten würde:

Stromnetz und Elektroinstallationen

Wie viele Elektrogeräte hatte die Großmutter in Betrieb, wie viele sind es heute? Der Strombedarf ist in den vergangenen Jahren geradezu explodiert und in jedem Raum sind oftmals inzwischen sogar gleich mehrere Elektrogeräte angeschlossen. Bald tankt das Auto auch noch Strom in der Garage, während draußen der Rasenmäher ohne Unterlass eigenständig seine Arbeit verrichtet. Zwei, drei Stromkreise älterer Häuser sind da hoffnungslos überlastet – was gerade im Hinblick auf das veraltete Sicherungssystem ohne FI-Schalter in die Katastrophe führen kann. Heißt: Alles neu macht nicht der Mai, sondern der Elektroinstallateur. Und das kostet, bei einem 200 m2-Haus ist man so ab 10.000 Euro dabei.

Heizungen: Einige Tausender für die Energieeffizienz

Ihr Heizkessel wurde vor 1985 installiert? Dann dürfen Sie sich bald über einen neuen freuen, denn alles andere wäre ein Verstoß gegen die Energieeinsparverordnung. Schon kommen zu den ersten 10.000 Euro weitere rund 10.000 hinzu, Entsorgungsleistungen noch gar nicht mitberechnet.

Schimmel: Gesundheitsschädlich und anhänglich

Schimmelpilze sind Überlebenskünstler, gerade wenn sie es schön feucht haben und keine optimale Belüftung gewährleistet ist. Das allerdings ist in alten Häusern sehr häufig der Fall – denn als erste Maßnahme guten Willens wurden hier meist die Fenster erneuert. Darüber freuen sich alle, die zuvor unter der kühlen Zugluft gelitten haben, Schimmelpilz inklusive. Wer den Schimmel loswerden will, muss also einen Fachmann beauftragen (der meist Schutzkleidung benötigt) und Umbauarbeiten einplanen. 10.000 Euro? Wenn das mal reicht.

Asbest: Altlast, die zum Abriss führen kann

Asbest gehört zu den teuersten Funden, die ein Haus für geplagte Besitzer bereithält. Und fündig werden kann man vielerorts, vom Dach über die Fassade bis hin zu den Wänden, Böden und Abwasserschächten. Jedes Stückchen Asbest muss dann vom Spezialisten als Sondermüll entsorgt werden. Die Kosten? Sie bewegen sich oft genug in einer Größenordnung, die die Frage aufwirft: Lohnt sich das noch? 30.000 Euro und mehr kommen ganz schnell zusammen.     

Wasserleitungen: Zu viel Kalk wird zum Risiko

Nehmen wir zugunsten des Renovierenden mal an, die alten Bleirohre wurden bereits ausgetauscht. Dann gibt es jetzt neuere Rohre, die zwar nicht mehr giftig, aber immer noch anfällig sind. Gerade kalkhaltiges Wasser führt schnell zu Verstopfungen, unangenehmen Gerüchen und nicht zuletzt zur Überschwemmung durch Rohrbruch. Kanalsanierung heißt hier das Stichwort. Und auch hier läppern sich 3.000 bis 5.000 Euro schnell zusammen. 

Aufgerissenes Badezimmer im Altbau

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