Raubkopie: Wann darf ich Inhalte kopieren und wann nicht?

Mittwoch, 18.10.2017

Geistiges Eigentum braucht Schutz. Das Urheberrecht regelt diesen, womit die Nutzung von „Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst“ festen Regeln unterworfen wird. Fremde Werke zu kopieren ist oft erlaubt, aber nicht immer kostenfrei. Wer eine Raubkopien erstellt, also ein kostenpflichtiges Werk widerrechtlich kopiert, macht sich strafbar.  

In vielen Fällen wird zwischen der privaten und der gewerblichen Nutzung unterschieden. Dabei gilt (mit Ausnahmen): Zum privaten Gebrauch lässt der Gesetzgeber eine begrenzte Zahl an Kopien zu, im gewerblichen Bereich wird man fast immer zur Kasse gebeten.

Privatkopien erstellen

Der Rahmen für private Kopien ist eng gesteckt. Die entsprechenden Regelungen finden sich in §53 des Urhebergesetzes (UrhG). Wer kostenfrei Kopien erstellen will, muss demnach nicht nur die gewerbliche Nutzung, sondern ebenso die Veröffentlichung der Kopie ausschließen. Das gilt auch für den Fall, dass mit der Publizierung keine Gewinnabsicht verbunden ist. Stellen Sie das entsprechende Werk – also einen Text, eine Grafik, Musik oder andere Audio- und Videodateien – zum Beispiel auf Ihre frei zugängliche Homepage, machen Sie sich strafbar. Für jede Nutzung von Filesharing-Börsen trifft das natürlich erst recht zu.

Anders verhält es sich, wenn Sie einige Kopien anfertigen und unter Freunden und Verwandten verteilen. Aber Vorsicht, auch das ist kein „Freibrief“. Wer plötzlich hunderte Freunde besitzt, kommt ebenfalls mit dem Gesetz in Konflikt. Der Bundesgerichtshof sieht einen Richtwert von sieben Kopien als angemessen an, um den privaten Rahmen nicht zu sprengen. Auch der Verkauf von kostenfreien Kopien im Freundeskreis ist untersagt.

Einschränkungen für die Privatkopie herrschen gemäß UrhG auch für Kopien, die „offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlagen verwenden“. Hier werden vor allem dem Filesharing Grenzen gesetzt, denn auch die vermeintlich legale Kopie aus dubioser Quelle bleibt eine Raubkopie.

Datenträger und Online-Medien mit Kopierschutz

Enthalten Medien wie CDs oder DVDs einen Kopierschutz, auf den auch deutlich hingewiesen wird, ist jede Umgehung dieses Schutzes illegal. Sie fertigen damit eine Raubkopie an und können strafrechtlich belangt werden. Im Umkehrschluss dürfen diese Speichermedien für Privatkopien genutzt werden, wenn kein entsprechender Kopierschutz besteht. Diese Regelung lässt sich 1:1 in die Online-Welt übertragen: Das hinterlegte Rechtemanagement bestimmt, was zulässig ist. Es darf nicht überlistet werden. Einzige Möglichkeit dies zu umgehen, ist das Abspielen über den Lautsprecher und die parallele Aufnahme – die straflos bleibt.

Schwierig kann die Rechtefrage bei Plattformen wie YouTube werden, denn hier ist die rechtswidrige Veröffentlichung oft alles andere als „offensichtlich“. Es handelt sich damit um einen Graubereich, den der Gesetzgeber zu schließen versucht. Nur wer hier auf Downloads verzichtet oder sich auf renommierte Anbieter beschränkt, ist auf der sicheren Seite.

Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt. Es drohen hohe Geldstrafen oder bis zu drei Jahre Haft. 

Bauzeichnung wird abfotografiert

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