Probefahrt mit dem Auto: Darauf sollten Sie achten

Freitag, 19.01.2018

Egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen, Erwerb beim Händler oder von Privat: Fast immer geht dem Kauf eine Probefahrt mit dem Auto voraus. Diese Praxis birgt allerdings auch Risiken für beide Seiten, die vorher bedacht und abgesichert werden sollten.

Die wichtigste Frage: Was passiert, wenn der potentielle Käufer während der Probefahrt einen Unfall verursacht? Muss er dann für den Schaden aufkommen?

Kauf beim Händler: Absicherung für beide Seiten

Beim Autokauf über den Händler sind die Modalitäten der Probefahrt meist schnell geklärt: Der interessierte Kunde weist nach, dass er eine gültige Fahrerlaubnis besitzt, der Händler bescheinigt, dass der Wagen voll versichert ist. Auch sonst herrscht eine stillschweigende Haftungsfreistellung. Verbleibender Knackpunkt, gerade beim Straßenhändler, ist die Höhe der Selbstbeteiligung. Vierstellige Beträge sind dabei durchaus üblich.

Handelt es sich um einen Gebrauchtwagen vom Händler, sollten die Schäden am Fahrzeug vor der Probefahrt akribisch aufgenommen, im Bedarfsfall auch fotografiert werden. Der Aufwand kann so manchen Folgestreit ersparen.

Kauf von Privat: Haftung vertraglich klären 

Verursacht der Fahrer während der Probetour einen Schaden, muss er dafür aufkommen. Das sollte sich der Verkäufer noch einmal schriftlich bestätigen lassen. Geeignete Musterformulare bietet zum Beispiel der ADAC zum Download an.

Das Haftungsrisiko richtet sich dabei nicht nur nach dem Wert des Wagens, sondern auch nach dessen Versicherung. Besteht eine Vollkasko, muss der Schadensverursacher nur die Selbstbeteiligung und die Kosten einer Höherstufung übernehmen. Gerade bei älteren Fahrzeugen ist das jedoch häufig nicht der Fall.

Hinweis: Eine Probefahrt oder Überführung mit einem abgemeldeten Fahrzeug ist nicht gestattet. Das Fahrzeug braucht ein Kurzzeitkennzeichen, das fünf Tage gilt und die Kfz-Haftpflicht inkludiert.

Weitere Risiken und rechtliche Regelungen im Überblick

An- und Ummeldung: Wird ein angemeldetes Fahrzeug veräußert, sollte sich der Verkäufer den genauen Zeitpunkt der Übergabe notieren und bestätigen lassen. Bußgeldbescheide flattern bis zur Ummeldung allerdings zunächst weiter in seinen Briefkasten. 

Dauer einer Probefahrt: Rechtliche Vorgaben gibt es nicht. Käufer und Verkäufer sollten den Zeitrahmen im Vorfeld bestimmen. Eine Stunde und mehr sind durchaus üblich.

Fahrerwechsel: Soll bei der Probefahrt ein zweiter Fahrer ans Steuer, ist dies vorher dem Verkäufer mitzuteilen. Will dieser selbst bei der Probefahrt dabei sein, ist das sein Recht.

Gutachten einholen: Heimlich darf der Wagen nicht in einer Werkstatt gecheckt werden, mit Ankündigung schon. Lehnt der Verkäufer ab, ist das ein triftiger Grund zur Skepsis.

Frau am Beginn einer Probefahrt

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