Post von Patientenfotos in sozialen Netzwerken als Grund zur Kündigung

Mittwoch, 28.02.2018

Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps, heißt es salopp aber treffend. Wer in den sozialen Netzwerken Privat- und Berufsleben vermengt, kann nämlich leicht Probleme bekommen. Die Kündigung nach der Veröffentlichung von Patientenfotos ist ein gutes Beispiel dafür.

Im konkreten Fall hatte eine Krankenpflegerin Bilder eines Kindes auf der Intensivstation bei Facebook veröffentlicht. Ihre Arbeitgeberin sah darin eine erhebliche Pflichtverletzung und sprach die außerordentliche Kündigung aus. Die Gekündigte zog dagegen vor Gericht.

Differenziertes Urteil

Die Richter des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg machten in ihrem Urteil (17 Sa 2200/13) deutlich, dass die Facebook-Veröffentlichung durchaus eine Kündigung rechtfertigt. Unter anderem werde das Persönlichkeitsrecht des (verstorbenen) Kindes verletzt, auch wenn dieses nicht namentlich genannt worden sei.

Allerdings lehne man die außerordentliche Kündigung dennoch ab, da eine Abmahnung ausgereicht hätte. Für die Arbeitnehmerin spreche, so die Richter, dass die Bilder des Kindes allein aufgrund einer starken emotionalen Bindung ins Netz gestellt worden seien.

Gefährlicher Grenzgang

Auch wenn die Pflegerin einer Kündigung entgangen ist: Das Risiko ist hoch, wenn bei Facebook & Co. im Zusammenhang mit dem Job berichtet wird. Selbst vermeintlich private Veröffentlichungen, die den Arbeitgeber stören, können zum Ende der Beschäftigung führen. Zwei Beispiele dafür:

Das Arbeitsgericht Herne hat die Kündigung eines Arbeiters bestätigt (5 Ca 2806/15), der einen TV-Bericht zum Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft mit den Worten kommentiert hatte: „hoffe, dass alle verbrennen, die nicht gemeldet sind“. Die Richter sahen hier die Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten, da die Menschenwürde verletzt werde.

Mit einem ganz anderen Fall musste sich das Arbeitsgericht Krefeld befassen: Hier ging es um die Kündigung eines Lagerarbeiters, der seine Hochzeitsfotos auf Facebook hochgeladen hatte. Darauf war auch zu sehen, wie er die hochschwangere Braut in die Luft stemmt. Das Problem daran: Der Mann war wegen eines Bandscheibenvorfalls krankgeschrieben und durfte nicht schwer heben.

Zu einem Urteil kam es in diesem Fall nicht, da sich die Parteien außergerichtlich einigten. Die Richter machten jedoch deutlich, dass die Loyalitätspflichten verletzt worden waren.

Facebook-Symbol

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