Nebenkostenabrechnung zu hoch? So widersprechen Sie

Sonntag, 26.11.2017

Jede zweite Nebenkostenabrechnung ist zu hoch. Das sagt der Deutsche Mieterbund und rät zum Widerspruch. Wann ist das sinnvoll und wie wird es gemacht? 

Die Abrechnung der Nebenkosten ist in der Betriebskostenverordnung geregelt. Schon aufgrund der vielen Einzelbestimmungen ist sie komplex. Um eine überhöhte Abrechnung letztlich nachzuweisen, braucht es Sachkenntnis und Geduld. Nicht immer kommt es jedoch zum großen Streit: Manchmal geht es einfach um einen Irrtum und die Forderung wird korrigiert.

Bei der Prüfung vertrauen Sie als Laie zunächst auf Ihr Bauchgefühl: Erscheint Ihnen die Nachforderung zu hoch, können Sie Ihre Nebenkosten mit dem örtlichen Betriebskostenspiegel abgleichen. Liegen Sie klar über dem Durchschnitt, lohnt es tiefer einzusteigen.

Welche Kosten sind umlagefähig?

Grundsteuer, Beleuchtung, Reinigung – die Liste der Positionen ist lang. Grundsätzlich gilt: Berücksichtigt wird, was der laufende Betrieb erfordert. Einmalkosten und Instandhaltungskosten sind dagegen von der Umlage ausgeschlossen. Beim Abgleich der Nebenkostenabrechnung kann Ihnen der Mieterbund oder der Verbraucherschutz helfen.

Überhöhte Abrechnungen kommen in der Praxis seltener über falsche Positionen zustande, als vielmehr über die fehlerhafte Berechnung zulässiger Kosten. So dürfen Vermieter zum Beispiel Betriebskosten für leerstehende Wohnungen nicht auf andere Mieter umlegen, tun dies aber häufig. Gibt es einen Fahrstuhl, um ein anderes Beispiel zu nennen, ist die Wartung umlagefähig, Reparaturen sind es nicht. Es lohnt daher, diese Einzelposition zu prüfen. 

Nebenkostenabrechnung: Fristen beim Widerspruch einhalten

Der Widerspruch gegen die Betriebskostenabrechnung muss innerhalb von einem Jahr erfolgen, sonst ist er unwirksam. Für die Überweisung der geforderten Nachzahlung gilt ein Zeitrahmen von vier Wochen. Sie können die Zahlung jedoch um den Betrag kürzen, der strittig ist. Alternativ ist es möglich, den Gesamtbetrag „unter Vorbehalt“ zu überweisen.

Widerspruch einlegen und um Klärung bitten

Jeder Widerspruch sollte schriftlich und per Einschreiben erfolgen. Setzen Sie Ihrem Vermieter eine Frist zur Klärung und erläutern Sie genau, um welche Position es aus welchem Grund geht. Weisen Sie noch einmal darauf hin, wenn Sie die Zahlung gekürzt haben.

In vielen Fällen wird der Vermieter einen Termin vereinbaren, um Ihnen Einsicht in seine Belege zu gewähren. Eine Pflicht zur Zusendung von Kopien besteht nicht.

Ehepaar schaut auf eine Abrechnung

Weitere Artikel

Kommentare