Mutterschaftsgeld beantragen: Die wichtigsten Fakten

Sonntag, 08.10.2017

Das Mutterschaftsgeld dient der finanziellen Absicherung von Müttern rund um die Geburt. Es wird für den Zeitraum von sechs Wochen vor bis acht Wochen nach der Geburt gezahlt. Bei einer Früh- oder Mehrlingsgeburt verlängert sich der Zeitraum von acht auf zwölf Wochen. Das Mutterschaftsgeld muss beantragt werden.

Der Gesetzgeber legt zugleich fest, dass Mütter in den sechs Wochen vor der Geburt nicht mehr arbeiten müssen und in den Wochen nach der Geburt auch nicht mehr arbeiten dürfen.

Wer ist bezugsberechtigt?

Der Bezug von Mutterschaftsgeld hat drei Voraussetzungen:

  • die Schwangerschaft
  • ein festes Arbeitsverhältnis
  • die Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung

Wie erfolgt die Antragstellung?

Der Antrag auf Mutterschaftsgeld muss schriftlich bei der Krankenkasse (und beim Arbeitgeber) eingereicht werden. Dazu benötigen Sie folgende Belege:

  • Ärztliche Bescheinigung über den errechneten Geburtstermin
  • Bescheinigung des Arbeitgebers über Ihre Einkünfte

Für die Zahlungen bei Frühgeburten benötigen Sie ebenfalls eine ärztliche Bescheinigung. 

Zahlt auch die private Krankenversicherung?

Auch wenn in den meisten Veröffentlichungen die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung als Voraussetzung für das Mutterschaftsgeld genannt wird, stimmt das so nicht. Die Berechnung ist jedoch in beiden Fällen unterschiedlich.

Gesetzliche Krankenversicherung: Die Kasse zahlt bis zu 13 Euro Mutterschaftsgeld am Tag. Der Arbeitgeber stockt diesen Betrag bis zum Nettogehalt auf. 

Private Krankenversicherung: Das Bundesversicherungsamt zahlt pauschal 210 Euro. Auch hier stockt der Arbeitgeber den Betrag auf. Bei der Berechnung wird jedoch die Annahme zugrunde gelegt, dass Sie gesetzlich versichert sind. Der Sockelbetrag ist also höher als in der Realität. 

Leistungen nach Lebens- und Arbeitssituation

  • Mütter, die geringfügig beschäftigt sind, erhalten ebenfalls Mutterschaftsgeld. Die Verrechnung erfolgt wie bei Privatversicherten. Voraussetzung ist allerdings ein Monatseinkommen von mehr als 390 Euro.
  • Familienversicherte Mütter, die selbst also nicht in einer Krankenkasse sind, erhalten kein Mutterschaftsgeld. Auch selbständige Mütter gehen leer aus.
  • Bei einer Geburt während der Elternzeit wird das Mutterschaftsgeld von 13 Euro am Tag gezahlt, jedoch kein Arbeitgeberzuschuss.  
  • Im Falle der Arbeitslosigkeit wird Mutterschaftsgeld gezahlt, aber nicht zusätzlich. Letztlich erhalten Sie Ihr Geld also nur aus einem anderen Topf. 

Höhe der Zahlung

In der Regel beträgt das Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenkassen 13 Euro am Tag. Darunter könnte es nur fallen, wenn Sie bezugsberechtigt sind, aber weniger als 390 Euro im Monat verdienen.

Über die Aufstockung des Arbeitgebers wird bei der Zahlung das Nettogehalt erreicht.

Finanzielle Wechselwirkungen

Das Mutterschaftsgeld wird bei gesetzlich Versicherten voll auf das Elterngeld angerechnet. Erhalten Sie die Pauschale von 210 Euro, erfolgt diese Verrechnung dagegen nicht. In der Zeit des Mutterschaftsgeldes sind Sie beitragsfrei kranken- und rentenversichert. Auch die Arbeitslosenversicherung läuft weiter. Zusätzliche Einnahmen können die Beitragsfreiheit aufheben.

Neugeborenes mit seiner Mutter

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