Mobbing in der Schule – das können Sie als Eltern tun

Sonntag, 09.04.2017

Statistiken belegen: Mobbing in der Schule ist Massenphänomen. In Deutschland ist durchschnittlich mindestens ein Kind pro Klasse betroffen. So können Sie als Eltern Ihrem Kind helfen.

Wenn aus dem harmlosen Hänseln und Witzeln unter Gleichaltrigen anhaltender Psychoterror wird, verändert sich Ihr Kind. Denn seelische oder körperliche Qualen bleiben nie ohne Folgen.

Sensibilität entwickeln

Achten Sie auf Anzeichen, hinterfragen Sie häufige blaue Flecke, zerrissene Kleidung, vermisste oder beschädigte Schulsachen. Da Ihr Kind aus Scham wahrscheinlich nicht offen darüber spricht, Opfer von Mobbing in der Schule zu sein, sollten Sie besonders hellhörig sein. Rückzug gehört zu den häufigsten Verhaltensmustern bei Mobbing in der Schule.

Suchen Sie das Gespräch

Es sollte Normalität sein, dennoch fehlt oft die Zeit dafür: Interessieren Sie sich für Ihr Kind und für das, was es in der Schule erlebt. Wenn es in der Freizeit immer seltener Gleichaltrige trifft und nur noch ungern in die Schule geht, deutet vieles auf Mobbing hin.

Das Unwohlsein äußert sich häufig in Symptomen wie Bauch- und Kopfweh ohne erklärbare Ursachen. Auch Leistungsabfall kann ein Anzeichen für Mobbing in der Schule sein. Ergründen Sie bei auffälligen Verhaltensänderungen Ihres Kindes die eigentliche Ursache. Erklären Sie ihm, dass es mit dem Problem Mobbing nicht allein fertig werden muss.

Nehmen Sie Hilfe in Anspruch

Wenden Sie sich zunächst an den Klassen- oder Vertrauenslehrer und sprechen Sie dort (ohne Ihr Kind) das Problem an. Fordern Sie konkrete Maßnahmen. Die mobbenden Mitschüler oder deren Eltern selbst zu konfrontieren, bringt erfahrungsgemäß wenig Erfolg.

Bringen die mit Lehrern vereinbarten Maßnahmen keine Besserung, informieren Sie das Direktorat. In Zeiten von Cybermobbing die Schule zu wechseln, verspricht oft nicht den gewünschten Erfolg. Bei konkreten Verdachtsmomenten erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Um Ihr Kind mental zu stärken, suchen Sie mit ihm eine Erziehungsberatungsstelle auf oder einen Psychotherapeuten. Dort hilft man ihm, die eigenen Verhaltensmuster zu erkennen, zu verändern und damit seine Opferrolle zu überwinden. Auch ein neues Hobby kann das Selbstbewusstsein Ihres Kindes fördern. 

Mutter tröstet ihr Kind

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