Mobbing am Arbeitsplatz – das können Sie dagegen tun

Freitag, 09.06.2017

Fühlen Sie sich im Job schikaniert und ausgegrenzt? Dann werden Sie womöglich gemobbt. Millionen Deutsche sind von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen. Das können Sie dagegen tun.

Die Zahlen zeigen: Mobbing am Arbeitsplatz ist keine Randerscheinung. Gemäß der Studie "Mobbing und Cybermobbing bei Erwachsenen" (Bündnis gegen Cybermobbing e.V. 2013) sind 28 Prozent der Befragten schon einmal von Mobbing betroffen gewesen, 72 Prozent davon am Arbeitsplatz.

Auswirkungen von Mobbing am Arbeitsplatz

Depressionen und Verzweiflung – viele Mobbing-Opfer werden an den Rand ihrer Existenz gebracht. Sie können ihr Privatleben nicht mehr genießen und fallen im Job immer häufiger aus. In der Krankenstatistik liegen Mobbing-Opfer mehr als fünf Tage jährlich über dem Durchschnitt, ein Milliardenschaden für die Wirtschaft.

Strategien gegen Mobbing

Experten raten, die Situation schon beim ersten Mobbing-Verdacht sachlich zu analysieren und im Anschluss das Gespräch mit dem Peiniger zu suchen. Das Rollenverständnis Täter / Opfer wird durch dieses Vorgehen durchbrochen, was helfen kann. Holen Sie sich anderenfalls Unterstützung bei Freunden oder Kollegen und melden Sie den Fall beim Arbeitgeber.   

Rechtliche Möglichkeiten 

Mobbing am Arbeitsplatz ist kein Straftatbestand, die Verfolgung daher nicht einfach. Kommt es im Rahmen des Mobbings zu physischen Verletzungen, ist der Nachweis der Tat leicht zu erbringen. Doch das ist (zum Glück) eher selten. Auch sonst sollte das Opfer belastendes Material sammeln und das Mobbing dokumentieren. Sind die einzelnen Attacken aktenkundig und ergeben einen Zusammenhang, steigen im Falle eines Prozesses die Chancen.

Rolle des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern. Zugleich muss er Schaden vom Unternehmen fernhalten. Der Arbeitgeber ist damit aufgefordert, proaktiv gegen Mobbing vorzugehen. Das betrifft zum Beispiel die richtige Arbeitsorganisation, um Dauerkonflikte zu vermeiden.  

Wird dem Arbeitgeber ein Fall von Mobbing am Arbeitsplatz zur Kenntnis gebracht, muss er ihm nachgehen. Liegen Beweise gegen den Mobber vor, kann dessen fristlose Kündigung erfolgen.  

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