Mietvertrag in der WG kündigen

Sonntag, 23.07.2017

Wohngemeinschaften sind preiswert und gesellig, daher gerade für junge Leute eine gute Idee. Will ein Mitbewohner aussteigen und das Mietverhältnis kündigen, kann die Wohnsituation jedoch zum Nachteil werden. Wichtig: Was für einen Mietvertrag haben Sie? 

Wie jeder andere Wohnungsmietvertrag muss auch die WG rechtzeitig und mit einer Frist von drei Monaten (§ 573c Abs.1 S.1) gekündigt werden. Weil es in WGs unterschiedliche Mietverträge gibt, gilt das auch für die einzelnen Kündigungsabläufe.

Variante 1: Gleichberechtigte Hauptmieter

Die erste Möglichkeit ist, dass alle Mitglieder gemeinsam Hauptmieter sind, also zusammen einen Mietvertrag mit dem Vermieter geschlossen haben. In diesem Fall ist für die Kündigung eine schriftliche Zustimmung nicht nur vom Vermieter, sondern auch von den Mietmietern notwendig. Die gemeinsame Unterzeichnung des Mietvertrages bringt es mit sich, dass alle Beschlüsse – wie auch der Auszug – einstimmig getroffen werden müssen.

Wird die Zustimmung zur Kündigung verweigert, kann die Angelegenheit gerichtsrelevant werden. Jeder WG-Mieter hat einen Anspruch darauf, dass die anderen mitwirken und ebenfalls kündigen, so ein Urteil des LG Hamburg (12.11.1992 332 O 338/92). Sonst kann er die Kündigungserklärung der Mitbewohner gemäß § 894 ZPO einklagen.

Variante 2: Ein Hauptmieter, sonst Untermieter

Häufig tritt in WGs ein Bewohner gegenüber dem Vermieter als Hauptmieter auf. Die anderen Mitbewohner sind rechtlich seine Untermieter. Untermieter können relativ leicht ausziehen, indem sie ihren Untermietvertrag mit dem Hauptmieter kündigen. Die Mietverträge der anderen Bewohner werden davon nicht tangiert.

Schwieriger wird es, wenn der Hauptmieter umziehen möchte. Er muss nicht nur dem Vermieter, sondern auch allen Untermietern die Kündigung aussprechen. Den Untermietern bleibt jedoch die Chance, als neue Hauptmieter einzusteigen – das Einverständnis des Eigentümers vorausgesetzt (hier kostenlos: Musterbrief für die Zustimmung zur Untervermietung)

Variante 3: Jeder ist selbständiger Hauptmieter

Wenn jeder WG-Bewohner einen separaten Mietvertrag abgeschlossen hat, ist eine Kündigung unkompliziert und jederzeit möglich. Sie hat keinen Einfluss auf die Mietverträge der Mitbewohner. Allerdings liegt auch die Auswahl eines neuen Mieters allein beim Vermieter.

Vorsorgen erspart Konflikte

Haben Sie vor, eine WG zu gründen? Passen Sie den Mietvertrag vorher an, um das Konfliktpotential möglichst gering zu halten. Sie könnten etwa vermerken lassen, dass scheidende Mitbewohner durch neue ersetzt werden können und nicht die Auflösung des ganzen Mietvertrages bedeuten.

 

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