Mediation vs. Gerichtsverfahren: Unterschiede & Vorteile einer außergerichtlichen Einigung

Freitag, 22.12.2017

Die Mediation kann helfen, teure und zeitaufwändige Gerichtsverfahren zu vermeiden. Zugleich bietet sie den streitenden Parteien die Möglichkeit, ohne richterliche Entscheidung doch noch eine Einigung zu erzielen. Risiken bestehen, wenn die Mediation nicht auf Augenhöhe erfolgt.

Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg einer Mediation ist die Unabhängigkeit und Neutralität des Mediators. So schreibt es das 2012 in Kraft getretene Mediationsgesetz auch vor. Der Mediator vermittelt, ohne eine eigene Entscheidungskompetenz zu besitzen.   

Definition der Mediation

„Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.“

Mit der Mediation soll den Streitenden also ein Weg eröffnet werden, doch noch zu einer Einigung ohne Gerichtsverfahren zu kommen. Als Vermittler dient der Mediator, der Sachkenntnis und diplomatisches Gespür mitbringen sollte. Seit September 2017 wird das auch durch den Grad des  „zertifizierten Mediators“ dokumentiert, was den Konfliktparteien mehr Sicherheit bei der Auswahl bietet.

Vor- und Nachteile der Mediation

Die Vorteile einer Mediation überwiegen, wenn das Verfahren der außergerichtlichen Einigung fair erfolgt. Das ist jedoch nicht unbedingt gegeben, worin ein Nachteil liegt. Stellt zum Beispiel ein Versicherungsunternehmen großzügig den Mediator, birgt das die Gefahr fehlender Neutralität. Für den unerfahrenen Privatmann auf der Gegenseite kann sich das Risiko einer nachteiligen Einigung damit erhöhen, da es während der Mediation eben keinen Richter in seiner Angelegenheit gibt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass er dem empfohlenen Mediator selbst zugestimmt hat. 

Agiert der Mediator im Sinne beider Parteien und sind diese an einer Lösung interessiert, kann die Mediation für beide Seiten von Vorteil sein – und langfristig die Streitkultur befördern. Folgende Vorteile im Vergleich zum Gerichtsverfahren sind möglich:

  • Zeit- und Kostenersparnis
  • Entscheidung für kreativer Denk- und Lösungsansätze
  • Vertraulichkeit, da kein öffentliches Verfahren
  • Vermeidung negativer Emotionen durch das gerichtliche Gegeneinander
  • Chance auf eine nachhaltige Verständigung (gerade bei Familienstreitigkeiten)

Das Mediationsgesetz setzt europäisches Recht um. Das Gesetz gibt der Möglichkeit zur  außergerichtlichen Einigung mehr Gewicht und trägt zur Entlastung der Gerichte bei. 

Paar beim Mediator

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