Lenßens Tipp: Kündigung in den Hausbriefkasten einwerfen – Sollte man einen Zeugen mitnehmen?

Donnerstag, 09.07.2015 Ingo Lenßen

„Vor einigen Tagen habe ich meinem Angestellten die fristlose Kündigung in den Hausbriefkasten geworfen. Jetzt behauptet er, diese sei nie bei ihm angekommen. Zum Glück habe ich damals eine Bekannte mitgenommen, die das Ganze gesehen hat. Kann ich mit ihrer Hilfe vor Gericht den Einwurf beweisen?“

Auf jeden Fall! Denn wenn Sie Ihre Kündigung nicht per Einschreiben mit Rückschein verschicken oder den Brief nicht persönlich dem Empfänger übergeben wollen oder können, haben Sie natürlich die Möglichkeit, den Brief in den Hausbriefkasten einzuwerfen. Aber dies bitte immer nur mit einem Zeugen! Falls Ihr Angestellter dann nämlich den Erhalt des Schriftstücks bestreitet, können Sie den Vorgang jederzeit vor Gericht mithilfe der Aussage Ihres Zeugen beweisen. Wichtig ist nur, dass der Zeuge den Richter ohne jeden Zweifel davon überzeugen kann, dass Sie den Brief auch wirklich unter der richtigen Hausnummer in den korrekten Briefkasten geworfen haben, und dass sich die Kündigung auch wirklich in dem Brief befunden hat.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz Urteil vom 19.02.2015 Az: 5 Sa 475/14

Briefkästen in Mehrfamilienhaus

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