Lenßens Tipp: „Wozu brauche ich eine Vermieter-Bescheinigung?“

Donnerstag, 05.11.2015 Ingo Lenßen

„Ich bin zum 1. November in meine neue Wohnung eingezogen und wollte mich jetzt auf dem Amt offiziell ummelden. Aber das haben die mir verweigert. Ohne eine Vermieter-Bescheinigung, so heißt es, geht das nicht. Was ist denn das wieder für ein Bürokraten-Zirkus?“

Sie haben Recht, aber Bürokratie hin oder her: Wer umzieht, musste sich schon immer beim Einwohnermeldeamt innerhalb von zwei Wochen anmelden. Tatsächlich gelten nun aber seit dem 1. November 2015 auf den Meldeämtern neue Regeln, die Sie ernst nehmen sollten!

Was hat sich geändert?

Wenn Sie eine Wohnung angemietet haben, muss Ihr neuer Vermieter das ab jetzt bestätigen – dafür ist die Vermieter-Bescheinigung da, die jetzt wieder eingeführt wurde – sie war die letzten 10 Jahre überflüssig. 

Diese Bestätigung muss den Namen und die Anschrift des Vermieters enthalten sowie den Einzug mit Datum, Anschrift der Wohnung und den Namen der Mieter bzw. dessen Angehörigen. Vorgedruckte Formulare gibt es bei den Meldebehörden. Allerdings können Sie sich in vielen Fällen die Lauferei ersparen: Die meisten Landkreise bieten ein entsprechendes Formular über ihren Bürger-Service online an. Wir haben eins für Sie in unseren Musterbriefen bereitgestellt.

Wer sich weigert, zahlt Bußgeld

Der Gesetzgeber nimmt die Sache sehr ernst, weil er sogenannte „Scheinanmeldungen“ ebenso verhindern will wie das Untertauchen von Straftätern. Deshalb kann sich künftig auch jeder Vermieter beim Meldeamt erkundigen, ob sich sein Mieter tatsächlich angemeldet hat. Und umgekehrt begehen sowohl Mieter wie Vermieter eine Ordnungswidrigkeit, wenn sie sich diesem bürokratischen Aufwand entziehen wollen. Das Gesetz sieht in solchen Fällen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro vor.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundesmeldegesetz §§ 17, 19, 54

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